Martin Kwaukas Geldtipp der Woche: Deutsche Aktien als Gewinner der Eurokrise

Made in Germany ist schon lange Zeit ein Qualitätssiegel auf den internationalen Märkten. Dementsprechend können die deutschen Exporteure oft bessere Preise erzielen als ihre Konkurrenten. In Zukunft wird es noch einfacher für sie, profitable Geschäfte zu machen. Der schwache Euro wirkt für viele deutsche Unternehmen wie Adrenalin und bietet die angenehme Wahl zwischen zwei profitablen Strategien: Entweder kann man jetzt die Produkte außerhalb der Eurozone deutlich günstiger anbieten und so Umsatz und Marktanteile erhöhen. Oder man hält die Preise im Ausland konstant und erhöht damit sofort die Gewinnspannen.

Index der Exporteure  

Im DAX findet sich eine ganze Reihe von klassischen Exporttiteln wie der Chemieriese BASF, der Gesundheitskonzern Fresenius, der Industriegase-Pro-
duzent Linde, der Lkw-Hersteller MAN, der Elektrokonzern Siemens und die Autobauer Daimler und Volkswagen. Dazu kommen zahlreiche mittelständische Unternehmen, die mit Maschinen & Co am Weltmarkt reüssieren. Direkt oder indirekt profitiert praktisch die gesamte deutsche Wirtschaft vom fallenden Euro. Dieser positive Effekt dürfte auch noch länger anhalten. Erstens ist derzeit kein Ende der Euro-Talfahrt abzusehen. Zweitens können sich die Unternehmen das momentane Wechselkursniveau noch für viele Monate absichern, sodass auch ein künftiger Wiederanstieg des Euro keine unmittelbaren Auswirkungen hätte. Ein weiteres Argument für deutsche Aktien sind die extrem niedrigen Zinsen für deutsche Staatsanleihen.

Fünfjährige Papiere bringen nur noch 1,6 Prozent. Zehnjährige sind mit 2,6 Prozent auch kein attraktives Angebot. Für Großanleger wie Versicherungen,
die ihren Kunden eine fixe Mindestverzinsung versprechen, ist das zu wenig. DAX-Aktien wären da angesichts einer Dividendenrendite von 3,6 Prozent eine lockende Alternative, zumal auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10,1 auf Basis der prognostizierten Gewinne im Jahr 2011 besonders günstig ist. Sollte sich die Nervosität an den Börsen wieder legen, dürfte es zu Umschichtungen von Anleihen in Aktien kommen.

Blue Chips oder Nebenwerte  

Ein guter Fonds für deutsche Blue-Chip-Aktien ist der UniDeutschland der Fondsgesellschaft Union (DE0009750117). Der Fonds erzielte in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt 6,5 Prozent Rendite per annum und ist mit einer Gesamtkostenquote (TER) von 1,02 Prozent spesengünstig. Die Aktienauswahl erfolgt ziemlich genau wie im DAX. Deutlich mehr Freiräume hat der Nebenwertefonds Allianz RCM Adiselekt, der sich auf kleine und mittelgroße Unternehmen spezialisiert (DE0009769562). Die Erfolgsbilanz der vergangenen fünf Jahre sind durchschnittlich 9,8 Prozent Plus per annum, allerdings unter erhöhten Kursschwankungen.

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