Martin Kwaukas Geldtipp der Woche:
Der Nachzügler am Schwarzen Kontinent

Mit Schwellenland-Aktienfonds waren seit Jahresbeginn 70 Prozent und mehr zu verdienen. Da wird die Luft naturgemäß schon ziemlich dünn, auch wenn die langfristigen Chancen weiter intakt sind.

Nachdem die Hauptmärkte von Brasilien bis Russland bereits gut gelaufen sind, lohnt ein Blick auf Exoten, an denen der Börsenboom bisher spurlos vorübergegangen ist. Einer der schlechtesten Märkte war heuer Nigeria. Das Mitglied der Next-11-Staaten, die im Schlepptau der vier BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China auf Wachstumskurs sind, ist derzeit als Börsenplatz völlig aus dem Blickfeld geraten, auf Euro-Basis hat der MSCI Nigeria heuer 29 Prozent verloren. Nun ist Nigeria gewiss kein Musterland der politischen und geschäftlichen Korrektheit. Trotzdem macht schon der Ölreichtum den 135-Millionen-Einwohner-Staat zu einem der wenigen interessanten Investmentplätze im Afrika südlich der Sahara. Der internationale Währungsfonds IWF schätzt das Wirtschaftswachstum heuer auf 2,9 Prozent, im kommenden Jahr soll es Richtung fünf Prozent steigen. Die Inflation ist im Gegensatz dazu rückläufig, 2010 könnte sie sogar auf 6,5 Prozent sinken. Das sind eigentlich nicht so schlechte Fundamentaldaten für einen Börsennachzügler.

Tipp für ein Risiko-Investment
Wer auf den Wiederanstieg der nigerianischen Börse setzen will, sollte sich das ABN-Amro-Nigeria-Zertifikat anschauen (ISIN DE000AA0VRW1). Schwergewicht im Zertifikat ist die Bieraktie Nigerian Breweries, gefolgt von der Guaranty Trust Bank und der First Bank of Nigeria. Der bisherige Kursverlauf des Zertifikats sieht nicht gerade einladend aus – aber das galt vor ein Paar Monaten auch für alle anderen Schwellenländer. Fazit: Ein Risiko-Investment in einem Börsenplatz, von dem man noch einiges hören wird.

Kommentar

Standpunkte

Arne Johannsen: Erst die Pleite, dann das Dilemma

Kommentar

Standpunkte

Miriam Koch: Arbeitsmarkt, Ziegen, Roboter und wir

Standpunkte

Robert Hartlauer: Wie die Kleinen Händler den Großen Paroli bieten