Martin Kwaukas Geldtipp der Woche: Der beste Mischfonds in drei schweren Jahren

In Zeiten wie diesen haben es konservative Anleger wirklich schwer: Staatsanleihen erweisen sich plötzlich als Risikopapiere oder bieten derartig niedrige Zinsen, dass man gleich zu einem Sparbuch greifen kann. Auch die meisten Mischfonds kamen nur mit Blessuren durch die Finanzkrise. Eine der positiven Ausnahmen ist der M&G Optimal Income (GB00B1VMCY93). Fondsmanager Richard Woolnough wechselt je nach Marktlage flexibel zwischen Staats- und Unternehmensanleihen und variiert außerdem gekonnt die Bonitätsklassen und Laufzeiten der Anleihen. Dazu mischt
er bis zu zehn Prozent Aktien dazu.

Der Erfolg des Starmanagers kann sich sehen lassen. Der inzwischen 2,4 Milliarden Euro schwere Optimal Income war in den vergangenen 36 Monaten mit einem durchschnittlichen Jahresertrag von 9,7 Prozent der beste konservative Mischfonds unter 300 Mitbewerbern. Woolnough wurde für diese Leistung von Standard & Poor’s mit dem bestmöglichen Fondsrating AAA ausgezeichnet.

Verluste rasch wieder aufgeholt  

Zwar konnte Woolnough in der Finanzkrise Verluste nicht verhindern. Das maximale Minus, das ein Anleger im Herbst-Crash 2008 erlitten hat, hielt sich aber mit elf Prozent in verschmerzbaren Dimensionen. Außerdem war dieser Rückschlag schon knapp ein Jahr später wieder wettgemacht. Seitdem geht es steil bergauf (siehe Grafik). Die Bilanz in Zahlen: Wer im Mai 2007 zum Start des Fonds 10.000 Euro investiert hat, besaß Ende April 2010 bereits 13.194 Euro. Bei einem durchschnittlichen konservativen Mischfonds taucht im gleichen Zeitraum mit 10.189 Euro gerade einmal die Nasenspitze über dem Wasser auf. 2008 hatte Woolnough Staatsanleihen im Fonds hoch gewichtet, derzeit hat er aber Staatspapiere mit einem
Anteil von drei Prozent fast vollständig eliminiert.

Das Rückgrat des Fonds besteht jetzt aus 55 Prozent Unternehmensanleihen mit solider Bonität. 32 Prozent sind High-Yield-Anleihen mit schwächerer Bonität. In diesem Segment werden derzeit Zinsen bezahlt, die eine fünfmal so große Insolvenzgefahr einpreisen als im langjährigen Durchschnitt. Woolnough glaubt, dass das tatsächliche Pleiterisiko deutlich niedriger ist, und kauft obendrein Papiere, die er für vergleichsweise solide hält. Mit 8,5 Prozent wird der zulässige Aktienanteil fast vollständig ausgeschöpft. Nahezu alle Papiere notieren in Euro, fünf Prozent lauten auf britisches Pfund, darunter eine Anleihe des britisch-deutschen Reiseveranstalters Thomas Cook, die bis zum Ende der Laufzeit 7,5 Prozent Rendite abwerfen soll. Fazit: Der M&G Optimal Income ist ein Produkt, nach dem viele Anleger suchen. Die Erträge können sich sehen lassen, das Risiko bleibt auch in schwierigen Zeiten überschaubar.

Kommentar

Standpunkte

Arne Johannsen: Erst die Pleite, dann das Dilemma

Kommentar

Standpunkte

Miriam Koch: Arbeitsmarkt, Ziegen, Roboter und wir

Standpunkte

Robert Hartlauer: Wie die Kleinen Händler den Großen Paroli bieten