Martin Kwaukas Geldtipp der Woche –
Börsen der Schwellenländer liegen klar vorn

Prognosen sind schwierig – vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen“, spottete einst schon Mark Twain. So gesehen sind Prophezeiungen von einem raschen Anstieg des Goldpreises auf 3.500 Dollar, wie sie Investmentstratege Christopher Wood wagt, mit ziemlicher Vorsicht zu genießen. Woods Einschätzung, dass man langfristig mit Aktien aus Schwellenländern weit besser fährt als mit Titeln etablierter Börsen, hat aber viel für sich. So konnte man in den vergangenen 15 Jahren mit den Aktien, die im MSCI-Index Emerging Markets enthalten sind, um 162 Prozent mehr Gewinn erzielen als mit den Industriestaatenaktien des klassischen MSCI World, in dem keine Aktien aus Entwicklungsländern enthalten sind ( siehe Grafik , in der der relative Mehrertrag des MSCI Emerging Markets gegenüber dem MSCI World dargestellt wird).

Mehr Ertrag – mehr Risiko  
Allerdings muss man bei den Schwellenlandbörsen mit deutlich höheren Kursschwankungen rechnen. Dafür ist aber auch der Wiederanstieg nach einem Kurssturz umso gewaltiger. So rechnet zum Beispiel Klaus Kaldemorgen, Chef der Fondsgesellschaft DWS, in den kommenden zwei Jahren an den etablierten Börsen mit einem Kursgewinn von 40 Prozent. Thomas Gerhardt, Kaldemorgens Kollege für die Schwellenländer, kann sich im Zeitraum von zwei bis drei Jahren in den Emerging Markets sogar eine Verdoppelung der Kurse vorstellen.

Mehr Asien ins Depot
Die Nachbeben der aktuellen Wirtschaftskrise werden das Wachstum in den Industriestaaten noch lange bremsen. Schließlich werden die
Regierungen noch Jahre mit dem Abbau der explosionsartig wachsenden Staatsschulden zu kämpfen haben, während gleichzeitig die Überalterung der Bevölkerung immer mehr zunimmt. Wer Geld langfristig, zum Beispiel für die private Altersvorsorge, veranlagt, sollte daher den Aktienanteil in den wachstumsstarken Schwellenländern Asiens und in anderen aufstrebenden Regionen deutlich erhöhen. Das sollte zur Vorsicht nicht auf einen Schlag, sondern in Etappen erfolgen. In den nächsten Monaten ist die Gelegenheit durchaus günstig, weil die Schwellenlandbörsen insgesamt noch relativ günstig sind. Wenn die Rechnung aufgeht und die Kurse wie im Jahr 2007 explodieren, kann man dann einen Gang zurückschalten und den Schwellenlandanteil wieder reduzieren.

Kommentar

Standpunkte

Arne Johannsen: Erst die Pleite, dann das Dilemma

Kommentar

Standpunkte

Miriam Koch: Arbeitsmarkt, Ziegen, Roboter und wir

Standpunkte

Robert Hartlauer: Wie die Kleinen Händler den Großen Paroli bieten