Martin Kwaukas Geldtipp der Woche:
Aktienquote von 20 auf 70 Prozent erhöht

Viele Fondsmanager haben sich in den vergangenen Monaten als Schönwetterpiloten erwiesen, die in heftigen Turbulenzen hilflos ins Trudeln geraten. Die Kunden zahlen die Zeche: Wer vor zehn Jahren 10.000 Euro in einen durchschnittlichen Weltaktienfonds eingelegt hat, besaß Ende März nur noch knapp 7.000 Euro. Die Bilanz von Jens Ehrhardt, dem größten unabhängigen Vermögensverwalter Deutschlands, fällt ganz anders aus. Käufer seines FMM-Fonds (ISIN DE0008478116) haben das ­Anfangskapital im selben Zeitraum auf 15.900 Euro gesteigert (siehe Grafik ) . Sein Erfolgs­geheimnis, so Fondsmanager Ehrhardt, ist das aggressive Hochfahren der Cash-Quote in Krisenzeiten. So bestand der Fonds auf dem Höhepunkt der Subprime-Panik zu 80 Prozent aus Bargeld.

Zurück zu Aktien
Inzwischen ist ­Ehrhardt deutlich optimistischer. Weil viele Börsen-Frühindikatoren wieder auf grün zeigten, erhöhte Ehrhardt die Aktienquote Ende März fast schlagartig auf 70 Prozent, weil er an eine technische Erholung der Börsen glaubte, die auch prompt eintrat. Allerdings bleibt der 1942 geborene Hamburger weiter wachsam und rechnet mittelfristig mit einem anhaltenden Tauziehen zwischen milliardenschweren Rettungspaketen und deflationären Tendenzen. Obwohl es der Fonds schafft, klassische Aktienfonds auch im Langfristvergleich zu übertreffen, ist der 1987 aufgelegte FMM eigentlich eher eine Vermögensverwaltung, bei dem oft Cash und Anleihen überwiegen.

Asien aufgestockt
Auch bei der Auswahl der Aktien hält sich Ehrhardt an keinen vorgegebenen Index. Traditionell hoch gewichtet sind deutsche Aktien wie Bayer, BASF oder Münchner Rück. Allerdings steht Ehrhardt der Frankfurter Börse inzwischen eher skeptisch gegenüber. Der Vermögensverwalter hält jetzt Asien langfristig für deutlich aussichtsreicher und hat deshalb auch Aktien in Hongkong aufgestockt. Zu den Titeln, die Ehrhardt jüngst orderte, gehören außerdem auffällig viele Rohstoffwerte wie zum Beispiel Rio Tinto oder BHP oder der Agrarchemiekonzern Syngenta. Wenn ihm ein Land insgesamt günstig erscheint, wie etwa ­Brasilien, deckt er die Börse über spesengünstige Indexfonds, sogenannte ETFs, ab.

Hervorragendes Basisinvestment
Das Ehrhardt-Flaggschiff FMM ist ein hervorragendes Basisinvestment für jeden Anleger, der die extrem schwierige Entscheidung über den rechtzeitigen Ein- und Ausstiegszeitpunkt lieber einem Profi überlassen möchte. Wie die vergangenen Jahre und Jahrzehnte zeigen, gibt es dafür wohl keine bessere Adresse als Ehrhardt, der in jeder Börsenphase einen klaren Kopf behält. Neben dem FMM gibt es noch eine ganze Reihe anderer Ehrhardt-Fonds wie etwa den Astra oder den DJE Dividende & Substanz, die im Laufe der Jahre die Produktpalette ergänzt haben. Die Newcomer sind ebenfalls erfolgreich, allerdings hat es im Fünfjahresvergleich kein Fonds geschafft, den Ertrag des FMM zu übertreffen.

Kommentar

Standpunkte

Arne Johannsen: Erst die Pleite, dann das Dilemma

Kommentar

Standpunkte

Miriam Koch: Arbeitsmarkt, Ziegen, Roboter und wir

Standpunkte

Robert Hartlauer: Wie die Kleinen Händler den Großen Paroli bieten