Martin Kwaukas Geldtipp der Woche – 23,8 Prozent Nettoertrag plus Inflationsschutz

Der größte Feind für jeden Sparer ist die Inflation. Selbst wenn man gute Zinsen bekommt, bleibt davon nach Abzug der KESt und der Teuerungsrate in aller Regel so wenig übrig, dass nicht einmal die Kaufkraft des Ersparten langfristig gesichert ist. In der Praxis schmilzt das reale Vermögen ­deshalb nach und nach zusammen. Der Effekt der Teuerung ist beachtlich: So benötigt man zum Beispiel derzeit schon 12.189 Euro, um über die gleiche Kaufkraft zu verfügen, wie sie 10.000 Euro vor zehn Jahren hatten. Aus dem schleichenden Wertverlust könnte in den kommenden Jahren sogar ein galoppierender werden. Die derzeitige Ruhe an der Preisfront ist nämlich trügerisch. Die milliardenschweren Geldspritzen zur Stützung der Konjunktur könnten in den nächsten Jahren wieder zu deutlich steigenden Inflationsraten führen. Selbst Werte jenseits von fünf Prozent sind nicht auszuschließen.

Produkt zum Kaufkrafterhalt
Ein neuartiger Versicherungs-Einmalerlag der Uniqa, der „Inflationsschutz & RZB Garant“, verspricht einen garantierten Kaufkrafterhalt über lange Jahre plus einen garantierten Mindestertrag. Es gibt das Produkt, das eine Mindesteinzahlung von 2.000 Euro erfordert, mit zwei Laufzeiten: Bei der zehnjährigen Variante bekommen die Kunden am Ende garantiert 123,8 Prozent ihrer anfänglichen Einzahlung zurück. Es wird bei einer Einlage von 10.000 Euro also mindestens ein KESt-freier Gesamtgewinn von 2.380 Euro erzielt. Bei der 12-jährigen Variante beträgt der Mindestge-winn 3.570 Euro.
Basis des Garantieproduktes ist eine sogenannte Senior-Anleihe der RZB, das ist ein bei etwaigen (nicht zu erwartenden) finanziellen Problemen des Emittenten vorrangig auszuzahlendes Papier.

Automatischer Inflationsausgleich  
Zusätzlich zu diesem garantierten Mindestertrag wird noch die jährliche Inflation abgegolten. Basis ist der Inflationsindex der gesamten Eurozone ohne Tabakwaren. Liegt die durchschnittliche Teuerung in den kommenden Jahren bei zwei Prozent, wird der Garantie­ertrag der zehnjährigen Variante um 2.047 Euro aufgestockt, bei einer vierprozentigen Inflation um 4.490 Euro. Die Abgeltung der Teuerung ist nicht nach oben gedeckelt. Natürlich ist es möglich, dass die Wirtschaft noch lange schwächelt und dass die Inflation wie in Japan viele Jahre lang unter Kontrolle bleibt. In einem solchen Szenario wäre die Zeichnung von Inflationsschutz-Produkten nicht besonders sinnvoll. Letztlich kann es aber den Besitzern des Einmalerlags ziemlich gleich sein, wie hoch die In­flationsrate ausfällt. Sie wissen auf jeden Fall im Vorhinein, dass die Nettokaufkraft ihrer ursprünglichen Versicherungsprämie garantiert um 23,8 Prozent bei der zehnjährigen beziehungsweise 35,7 Prozent bei der 12-jährigen Tranche wächst. Aus heutiger Sicht ist es extrem unwahrscheinlich, dass sich mit Sparbüchern im gleichen Zeitraum eine ähnliche Realverzinsung erzielen lässt. Grundvoraussetzung für die Ertragsgarantie des Einmalerlags ist aber, dass die Laufzeit bis zum Schluss eingehalten wird. Bei vorzeitiger Kündigung geht nicht nur die Garantie verloren. Bei einem Storno vor Ablauf der steuerlichen Mindestbindung von zehn Jahren werden auch noch sieben Prozent Strafsteuern fällig.

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