Martin Kwaukas Geldtipp:
Von null auf sieben Jahre und wieder zurück

Staatsanleihen gelten als sicherer Hafen in stürmischen Zeiten. Trotzdem kann man selbst mit diesen konservativen Papieren ordentlich ins Minus rut­schen. So hat man mit einem durchschnittlichen Euro-Anleihenfonds seit Anfang 2007 ein Minus von insgesamt drei Prozent erzielt (siehe Grafik ). Das liegt ­einerseits daran, dass auch konserva­tiven Fonds Anleihen von Banken und Unternehmen beigemischt werden, die sich im Vorjahr gar nicht gut entwickelt haben. Außerdem war es zuletzt für Anleihen­manager ziemlich schwierig, beim kräftigen Auf und Ab der Anleihenrenditen immer richtig positioniert zu sein. So wäre es zum Beispiel im Herbst 2008 angesichts stark fallender Zinsen und dem­entsprechend kräftig steigender Anleihenkurse optimal gewesen, Papiere mit sehr langer Laufzeit im Depot zu haben. Hintergrund: Fallen die Renditen um ein Prozent, ergeben sich zum Beispiel bei zweijährigen Restlaufzeiten Kursgewinne von zwei Prozent, bei zehnjährigen von neun Prozent. Das gilt allerdings auch umgekehrt: Steigen die Renditen wieder an, kommt man vor allem mit Langläufern kräftig unter die Räder.

Inflation oder Deflation?
Angesichts der aus­ge­sprochen niedrigen ­Zinsen für Staatsan­leihen besteht künftig ein besonderes Risiko für Kursverluste. Das gilt insbesondere dann, wenn die riesigen Mengen Geld, die derzeit von den Notenbanken in die Märkte gepumpt werden, früher oder später die Inflation anheizen und die Zinsen ordentlich in die Höhe treiben sollten. In diesem Szenario wären klassische Anleihenfonds mit einem breiten Laufzeitenmix das falsche Pferd. Nur möglichst kurze Anleihenlaufzeiten könnten den Zinsanstieg schadlos überstehen. Nicht auszuschließen ist aber auch das umgekehrte Szenario, dass uns wie in Japan noch eine längere Phase der Deflation mit dementsprechend tiefen Zinsen bevorsteht.
Der Anleihenfonds Spängler SparTrust Europa (ISIN AT0000857719)
ist auf beide Möglichkeiten vorbereitet. Er steuert die Laufzeit seit April 2008 mithilfe eines Computermodells flexibel zwischen praktisch null und sieben Jahren. Fondsmanager und Entwickler des Computermodells ist das Wiener Unternehmen IQAM, hinter dem eine Gruppe von Professoren rund um den WU-Professor Josef Zechner steht, die früher bereits bei den ZZ-Fonds ihr Können unter Beweis gestellt haben.

Verbesserte Erträge
Seitdem der Spängler-Fonds mit akademischem Know-how geführt wird, hat sich der Ertrag auffällig verbessert. Vor allem die turbulenten Zeiten ab Mitte September hat der Fonds sehr gut nutzen können, wie am Chart zu sehen ist. Der Spängler-Fonds hat deutlich gewonnen, während die Konkurrenz häufig auf dem falschen Fuß erwischt wurde. Insgesamt hat der Fonds in den zwölf Monaten zwischen März 2008 und Ende Februar 2009 ein Plus von fünf Prozent erzielt und steht damit im Ranking vergleichbarer Fonds im Spitzenfeld. Natürlich sind die wenigen Monate seit April 2008 noch nicht wirklich aussagekräftig, ob der Vorsprung auch auf Dauer gehalten werden kann. Auf jeden Fall hat der Fonds aber die Möglichkeit, auf jede Entwicklung auf den Anleihenmärkten die passende Antwort zu finden.

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