Martin Kwaukas Geldtipp: Vier Prozent Dividende als Sicherheitsnetz

Das Börsenjahr 2009 begann mit ­einem Fehlstart. Nach ein paar ­Tagen mit Kursgewinnen heißt es jetzt wieder Kommando zurück. Für John Greenwood, Chefökonom der Fondsgesellschaft Invesco, gibt es auch wenig Hoffnung auf ein rasches Ende der Krise. Die Immobilienpreise in Amerika, die Auslöser der Krise, werden heuer weiter zweistellig fallen. In Asien, bisher noch ein Hoffnungsträger für ein gewisses Wachstum, zeugen neueste Zahlen von einem dramatischen Absturz der Wirtschaft. In Taiwan sind zum Beispiel die Exporte im Novem­ber gleich um 40 Prozent weggebrochen. Die Lage, so Greenwood, könne sich weltweit erst dann wieder bessern, wenn die Banken ihre Bilanzen saniert hätten. Wie lange das noch dauern wird, kann niemand sagen. Wie die ersten Zahlen für 2008 zeigen, kann da noch einiges auf uns zukommen – auch in Österreich. Invesco rät deshalb weiter zur Vorsicht und empfiehlt Anleihen mit guter Bonität, auch aus dem Bereich solider Unternehmensanleihen.

Stabile Dividenden
Im Aktienbereich befürchtet Invesco weitere Kursverluste. In einigen konservativen Branchen wie Pharma, Telekom oder Versorger sind aber schon attraktive Aktien zu finden. In diesem Bereich erwartet Invesco in Europa Dividendenrenditen von vier Prozent – im historischen Vergleich ein außergewöhnlich hoher Wert. Katharina Hoyland, Managerin des Aktienfonds Invesco Pan European Equity Income (LU0267986122), kauft solche dividendenstarken Aktien, die erfahrungsgemäß relativ krisenstabil sind. Das zeigt sich auch bei ihrem Fonds: Wer im Oktober 2006 den Betrag von 10.000 Euro in einem durchschnittlichen Europaaktienfonds investierte, besitzt heute noch 5.860 Euro, beim Invesco-Dividendenfonds sind es immerhin 630 Euro mehr (siehe Grafik ).

Favoriten KPN und TA
Hoyland analysiert genau, ob die angepeilten Ausschüttungen auch realistisch sind: „Banken und konjunkturabhängige Aktien werden meist keine Dividenden zahlen können.“ Im Bereich Telekom findet sie aber häufig solide Bilanzen und stabile Geldströme. Zu ihren Favoriten gehören unter anderem die niederländische KPN, aber auch die Telekom Austria. Beim französischen Gas- und Stromversorger GDF-­Suez sieht sie bei einer aktuellen Dividendenrendite von 5,6 Prozent sogar noch Potenzial für eine Steigerung. Weitere Lieblingsaktien sind die Schweizer Pharmatitel Roche und Novartis sowie die Österreichische Post.

Schutz vor Verlusten
Fazit: Die Zeiten für Aktien könnten noch länger schwierig bleiben. Wenn man Geld in Aktien investiert, geben Titel mit soliden Dividenden beziehungsweise entsprechende Dividendenaktien-Fonds einen gewissen Schutz vor allzu schmerzlichen Kursverlusten. Bei einer Erholung der Börsen hat man aber mit solchen Papieren bereits einige Eisen im Feuer, um vom nächsten Wiederanstieg zu profitieren.

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