Martin Kwaukas Geldtipp: Krisenfeste
Pillen gegen schwankende Börsen

Heuer war ein Superjahr an den Börsen – manche Aktien und Fonds haben sich sogar mehr als verdoppelt.

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber, dass vor allem solche Titel stark gefragt waren, die vorher in Grund und Boden gefallen waren, wie etwa Banken-, Immobi­lien- und Stahlaktien. Viele solide Werte blieben in der allgemeinen Euphorie eher links liegen. Das könnte sich 2010 bei einem Favoritenwechsel ändern.

Zurückgebliebene Branche
Pharma ist ein Sektor, der 2010 richtig wachgeküsst werden könnte. Heuer ist ein durchschnittlicher Pharmafonds deutlich hinter dem breiten Anstieg der Börsen zurückgeblieben. Ein guter Fonds, um auf das Thema Arzneimittel zu setzen, ist der Branchenfonds Espa Stock Pharma (ISIN AT0000746789). Im schwierigen Vorjahr lief der Fonds deutlich stabiler als seine unmittelbaren Konkurrenten, und mit einem Plus von 14,8 Prozent hat er auch das heurige Jahr gut gemeistert. Insgesamt hat sich der Espa-Fonds seit dem Jahr 2005 deutlich besser entwickelt als seine unmittelbaren Konkurrenten. Von der Fonds-Ratingagentur Morningstar wurde diese Leistung mit der Höchstnote von fünf Sternen belohnt.

Pharmariesen im Angebot
Zu den größten Titeln in weltweit anlegenden Fonds zählen Johnson & Johnson, Novartis, Pfizer, Roche und GlaxoSmithKline. Der britische Pharmariese Glaxo hat zum Beispiel mit dem Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix gut verdient (auch wenn letztlich die Krankheit glimpflicher verläuft als befürchtet). Jedenfalls ist die Aktie mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 10,8 für das Jahr 2010 nicht teuer. Die Dividendenrendite ist mit 4,6 Prozent ebenfalls nicht zu verachten. In ähnlichen Dimensionen ist auch die Schweizer Roche unterwegs. Der Gewinn, der heuer ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr ausweisen sollte, dürfte 2010 weiter steigen, sodass sich ein KGV von 12,5 ergeben sollte. Die Dividendenrendite ist mit 3,2 Prozent etwas niedriger als bei Glaxo, aber allemal höher als die Zinsen auf einem Sparbuch.

Stabil, nicht spektakulär
Für Kursfantasie in der Pharmabranche könnte laut Harald Kober, dem Fondsmanager des Espa Stock Pharma, auch das wieder grassierende Übernahmefieber sorgen, bei dem der Espa-Experte schon in den kommenden Monaten neue Akquisitionen erwartet. Allerdings sollte man von Pharmaaktien kein spektakuläres Wachstum erwarten. Immer wieder laufen wertvolle Patente aus, die nur schwer durch Neuentwicklungen zu ersetzen sind. Insgesamt bleibt Pharma ein defensiver Bereich, bei dem hohe Dividenden für zusätzliche Stabilität sorgen. Das könnte im kommenden Jahr durchaus eine wirksame Rezeptur werden.

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