Martin Kwaukas Geldtipp: In unsicheren Zeiten sicher finanzieren mit Bausparen

Bei der Finanzierung der privaten Wohnimmobilie ist Sicherheit ein nicht zu unterschätzender Wert. Deswegen spricht vieles nach wie vor für das bewährte Bausparen. Der entscheidende Vorteil ist die Zinsobergrenze von maximal sechs Prozent während der gesamten Laufzeit des Darlehens. Im Augenblick gehen wir zwar in eine Niedrigzinsphase, es ist aber nicht auszuschließen, dass früher oder später die weltweit stark ansteigende Staatsverschuldung zu einer Zinsexplosion führt.

Kompliziertes System  
Die Suche nach der attraktivsten Kasse ist allerdings nicht einfach –
das Bausparsystem ist derart kompliziert, dass es nur die Institute selbst wirklich verstehen. Hier besteht dringender Bedarf nach mehr Transparenz. Die Branche wirbt vor allem in der Startphase mit Lock­angeboten, die Aufschläge unberücksichtigt lassen. So laufen bei den Kassen für Kreditnehmer, die eigentlich nur 100.000 Euro aufgenommen haben, anfangs im Hintergrund bis zu 150.000 Euro Schulden mit dementsprechend höheren Zinsen. In der Tabelle sind daher die fixen Nominalzinsen aufgeführt, die für die tatsächlich aushaftende ­Kreditsumme zu zahlen sind. Wesentlich wichtiger sind allerdings die Konditionen, die nach Ablauf der ersten 18 bis 48 Monate in der variabel verzinsten Darlehensphase verrechnet werden. Hier gilt generell eine Obergrenze von sechs Prozent und eine Untergrenze von drei Prozent. Bei Wüstenrot kann der Zinssatz auch auf 2,9 Prozent sinken.

Niedrigste Zinsen bei ABV
Innerhalb dieser Bandbreiten hängt die Verzinsung ganz von der Entwicklung des Referenzzinssatzes ab. Bei drei Kassen ist dies der Zwölfmonats-Euribor, das ist die Kondition, zu der sich Banken untereinander Geld für ein Jahr leihen. Aktuell liegen die Zinsen bei 2,17 Prozent, im Oktober 2008 wurden allerdings noch kurzfristig über fünf Prozent verlangt. Dazu kommt dann ein Aufschlag, der je nach Anbieter bis zu 1,6 Prozent beträgt. Die niedrigste Marge bietet derzeit das Volksbank-Institut ABV mit einem Prozent, allerdings nur dann, wenn die Immobilie mit mindestens 40 Prozent Eigenmitteln errichtet wird. Ebenfalls ein Prozent Aufschlag ­verlangt auch die s Bausparkasse. Ihr Zinsindikator ist aber der ungünstigere „Dreijahres-Euro-Swapsatz“. Derzeit liegt der Wert bei 2,47 Prozent. Auch langfristig ist damit zu rechnen, dass die Dreijahreszinsen höher liegen als diejenigen für zwölf Monate.

Fazit: Die Bausparkassen sind wegen der Zinsobergrenze von sechs Prozent eine sichere Bank. Und die verrechneten Zinsmargen sind oft niedriger als bei klassischen Hypotheken, außerdem ist die Belehnungsgrenze derzeit oft höher als bei Bankkrediten.

Kommentar

Standpunkte

Arne Johannsen: Erst die Pleite, dann das Dilemma

Kommentar

Standpunkte

Miriam Koch: Arbeitsmarkt, Ziegen, Roboter und wir

Standpunkte

Robert Hartlauer: Wie die Kleinen Händler den Großen Paroli bieten