Martin Kwaukas Geldtipp:
Hochrisiko-Anleihen sind so attraktiv wie nie

Der Oktober war nicht nur für Aktien ein Katastrophenmonat. Auch bei Anleihen mit schlechter Bonität, den sogenannten High-Yield-Papieren, herrschte Ausverkaufsstimmung. So verloren Hochzins-Anleihefonds im vergangenen Monat durchschnittlich 13,3 Prozent. Doch inzwischen sind die Zinsrenditen der Anleihen derartig hoch, dass sich mutige Anleger dieses Segment näher anschauen sollten. Im Schnitt werfen High-Yield-Anleihen derzeit 16 Prozent höhere Zinsen ab als sichere Staatsanleihen – selbst im Crash nach dem Platzen der Hightech-Blase erreichten diese Zitterprämien nur zehn Prozent (siehe Grafik ).

Gute Zeit für schlechte Bonität
Im Mittel liegt die Ausfallsrate von High-Yield-Schuldnern bei 2,6 Prozent. Das sagt natürlich momentan wenig aus, weil in den kommenden Monaten mit einem massiven Anstieg der Konkurse zu rechnen ist. Zum Vergleich: 2001 kletterte die Ausfallsrate auf zehn Prozent, im Jahr 1933 sogar auf 15,4 Prozent.
Traditionell sind Krisenzeiten trotzdem gute Gelegenheiten zum Kauf von Anleihen schlechter Bonität. Bei aktuell 16 Prozent Risikoprämie (pro Jahr!) sollte am Ende einiges an Zusatzgewinn übrig bleiben. Man muss nur nach Möglichkeit die Tretminen vermeiden, die tatsächlich explodieren. Deshalb empfiehlt es sich, derartige Risikopapiere gebündelt in Fonds zu kaufen.

Zwei attraktive Fonds
Ein guter Fonds für High-Yield-Anleihen ist der Bawag PSK Global High Yield Bond (ISIN AT0000729397). Der extern von Barings gemanagte Fonds hat seit 2001 um 31 Prozent besser abgeschnitten als seine Konkurrenten. Er verdankt dies seiner Fremdwährungsabsicherung, aber auch einem hohen Anteil von Staatsanleihen von Schwellenländern, die doch sicherer sind als ähnlich schlecht geratete Firmenanleihen.
Bei soliden Firmenanleihen sind die Zinsaufschläge niedriger, aber derzeit ebenfalls sehr einladend. Ein attraktiver Unternehmensanleihen-Fonds ist der Pioneer Corporate Trend Invest (AT0000677968), der mithilfe von Computermodellen gesteuert wird.

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