Martin Kwaukas Geldtipp: Ein globaler Aktienfonds für dezidierte Optimisten

Manche Nonnen sind ihrer Zeit weit voraus. Schon im Jahr 1936 legten französische Ordensschwestern ihr Geld in einem extra für sie gegründeten internationalen Aktienfonds namens „OBAM“ an, eine holländische Abkürzung für Investmentfonds.

Heute ist der Fonds längst für alle Investoren geöffnet, aber nicht wirklich für ­jeden geeignet. Das Management des Fortis OBAM Equity World (ISIN LU0185157681) ist nämlich immer mit Vollgas unterwegs.

Von minus 65 auf plus 63 Prozent
In guten Jahren wie zwischen 2005 bis 2007 landete der Fonds immer unter den drei besten seiner Klasse. Im Jahr 2008 war aber das Tempo eindeutig zu schnell: Mit einem Minus von 65 Prozent trug es ihn fast aus der Kurve, der Fonds landete abgeschlagen auf Platz 501. Das aus sechs Personen beste­hende OBAM-Team ließ sich aber nicht wirklich davon beeindrucken und änderte die aggressive Strategie nur in ­homöopathischen Dosen: Während man früher die Kernaktien des Depots mit einem Zeithorizont von acht Jahren kaufte, will man jetzt mit einer Frist von drei Jahren etwas flexibler werden. 2009 nahm der Fonds jedenfalls rasch wieder Fahrt auf und verbuchte mit einem Plus von 63 Prozent das beste Jahr der Geschichte und lag damit fast 40 Prozent über dem Weltaktienindex MSCI World.

Selbst auf die Bremsen steigen
Den hohen Mehrertrag verdankt der Fonds dem bewussten Abweichen von der Konkurrenz. So werden viele kleine Nebenwerte gehalten, außerdem steckt rund ein Drittel des Vermögens in Aktien aus Schwellenländern wie China, Südkorea und Indonesien. Momentan sind die größten Titel die holländische ING-Bank, die US-Bank Wells Fargo und die brasi­lianische Minenaktie Vale Do Rio Doce. Fazit: Der Fonds läuft in guten Börsenzeiten hervorragend. Da aber der Fonds nie selbst in die Bremsen steigt, muss man selbst rechtzeitig Kasse ­machen – oder wie die Kirche in ausgesprochen langen Zeiträumen denken.

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