Martin Kwaukas Geldtipp:
Der Dollar geht wieder zum Sinkflug über

Das Comeback des Dollars war kurz, aber spektakulär: Von Juli bis November legte die US-Währung 24 Prozent zu (siehe auch Grafik ). Ursachen waren die Auflösung von Währungsspekulationen und die Reduzierung von gehebelten Positionen von Banken und Hedgefonds. Doch jetzt stehen die Zeichen wieder auf Ausverkauf. Die im Dezember eingesetzte Schwäche soll nach Meinung der meisten Experten weiter anhalten. So setzte zum Beispiel kürzlich die US-Investmentbank Goldman Sachs ihr bisheriges Kursziel für Ende 2009 von 1,30 auf 1,45 Dollar pro Euro herab. Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Norbert Walter kann sich sogar einen Kurs von 1,55 vorstellen. Ein Hauptgrund dafür ist die US-Notenbank, die die Zinsen ­Richtung null Prozent schickt, während im Euro noch deutlich mehr
zu holen ist.

Viele Verlierer, wenig Gewinner
Zwar sind Währungsprognosen immer mit Vorsicht zu genießen, trotzdem macht es Sinn, das Dollar-Risiko in der Veranlagung zu reduzieren. Schließlich hat ein schwacher Dollar aus europäischer Sicht eine ganze Reihe von Nachteilen: Bei Aktien aus den USA und fast allen Schwellenländern drohen zusätzliche ­Währungsverluste, außerdem erhält auch die europäische Exportwirtschaft einen zusätzlichen Dämpfer. Potenzielle Gewinner sind nur Unternehmer und Privatpersonen, die ­direkt im Dollar einkaufen. Eine Möglichkeit, am schwachen Dollar zu verdienen, ist ein Investment in Gold (siehe auch Grafik ). Seit langem steigt die Goldnotierung meistens, wenn der Dollar fällt. Auch in den vergangenen Tagen zeigte das Edelmetall wieder kräftige Lebenszeichen. Die sinnvollste Anlageform ist der Kauf von Goldminenfonds wie dem seit langem bewährten BlackRock World Gold (ISIN LU0055631609).

Fonds zur Absicherung
Außerdem gibt es eine ganze Reihe anderer Fonds, die die Währung laufend absichern. Dazu gehört zum Beispiel die Dollar-Hedge-­Variante des Gentechnikaktienfonds Pictet Biotech (LU0190161025). Auch beim Bawag PSK Amerika Blue Chip Stock (AT0000825575) wird die Währungsschwankung ausgeschaltet.
Ob sich die Währungsabsicherung auf lange Sicht wirklich bezahlt macht, kann niemand vorhersagen. Auf jeden Fall wird aber eine wichtige Risikokomponente für Euro-Anleger eliminiert. Außerdem kostet der Hedge derzeit nichts. Im Gegenteil: Man verdient sogar an der deutlich positiven Zinsdifferenz zwischen Euro und Dollar.

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