Martin Kwaukas Geldtipp:
Beste Qualität für schlechte Zeiten

Viele Unternehmer weigern sich derzeit, irgendwelche Gewinn­prognosen abzugeben. Mit Recht: Welche Bank oder Versicherung kann momentan auch nur halbwegs verlässlich sagen, wie hoch die Gewinne in den kommenden Monaten ausfallen – und ob überhaupt schwarze Zahlen geschrieben werden. Nur wenige Konzerne haben so konservative Geschäftsmodelle, dass sie selbst im heftigsten Krisengewitter noch mit einem stabilen Gewinnwachstum rechnen können und sich damit für die Aktienkategorie „Quality Growth“ qualifizieren.

Jahr für Jahr gewachsen
Der Spängler European Growth Trust (ISIN AT0000857750) (siehe Chart ) legt sich seit Jahren nur derartige „Quality Growth“-Aktien ins Depot. Das Konzept war grundsätzlich erfolgreich – im Schnitt meldeten die im Fonds enthaltenen Aktien tatsächlich jedes Jahr ein Gewinnwachstum, selbst in den Krisen­jahren 2001 und 2002. Trotzdem blieb der Fonds in den letzten Jahren hinter vielen Konkurrenten zurück, weil manche seiner Aktien etwas aus der Mode kamen und er prinzipiell weder Finanz- noch Rohstoffaktien kauft, die lange Zeit zu den Börsefavoriten zählten. Begründung des Fondsmanagements: Bei diesen Titeln ist das Gewinnwachstum stark schwankend und kaum prognostizierbar, sodass solche Branchen für den Fonds nicht infrage kommen.

Dritter von 150 Europafonds
Heuer ist die Strategie des Spängler-Fonds dagegen voll aufgegangen – er liegt momentan auf dem dritten Platz unter immerhin 150 Europaaktienfonds. Zwar ist der absolute Ertrag von minus 27,2 Prozent seit Jahresanfang nicht gerade berauschend, er liegt aber immerhin 13 Prozent und damit um Welten besser als der Vergleichsindex MSCI Europe. Selbst heuer werden die im Fonds enthaltenen Aktien nach derzeitigem Stand im Schnitt ein Gewinnwachstum von sechs Prozent erreichen, im kommenden Jahr rechnet die Spängler-Bank sogar mit 15 Prozent. Zudem ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis des Quality-Growth-Depots mit 12 auf Basis der geschätzten Gewinne 2009 so günstig wie seit Jahren nicht mehr. Spängler hat seit Jahren den externen Fondsmanager Comgest in Paris mit der Aktienauswahl betreut.

Die Hälfte in Aktien
Das Depot ist zu 44 Prozent mit Aktien bestückt, die Konsumgüter für den alltäglichen Bedarf liefern und auch in der Krise gute Geschäfte machen sollten. Dazu gehören zum Beispiel der französische Lebens- mittelproduzent Danone oder der ebenfalls französische Optikkonzern Essilor, der größte Brillenglas-Erzeuger der Welt. Auch die schwedische Textilkette H&M zählt zu den Top-5-Aktien. Zweit- größte Branche im Fonds ist der Bereich Pharma mit 18 Prozent Gewicht. Der Schweizer Pharmawert Roche, der auch im Bereich Biotech sehr aktiv ist, bildet mit einem Anteil von 9,1 Prozent die größte Position.

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