Management stellt keine Weichen

Management stellt keine Weichen

Blamableres und offensichtlicheres Managementversagen hat es schon lange nicht mehr gegeben: Weil es am Mainzer Hauptbahnhof an qualifiziertem Personal im Stellwerk fehlt, stürzt der gesamte deutsche Bahnverkehr für Wochen ins Chaos.

Noch größer ist nur der Ärger der zahlenden Kunden eines Unternehmens, das nicht in der Lage ist, seine Kernleistung zu erbringen. Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel rückte aus, um die Konzernführung der Deutschen Bahn daran zu erinnern, „die Personaldecke so auszustatten, dass auch in Krankheits- und Urlaubsfällen nicht Tausende von Menschen leiden müssen“. Es ist bezeichnend, dass die Personalnot ein Unternehmen trifft, das sich mit Gewalt börsenfit trimmen wollte; ein Einzelfall sind nur die extremen Auswirkungen.

Ausgedünnte Personalstände kennzeichnen überall die Firmenstrukturen. Das ist die Folge einer in Management-Etagen zunehmend verbreiteten Perspektive, die Mitarbeiter vor allem einmal als lästige Kostenfaktoren zu sehen, die dem Erreichen von Renditezielen im Wege stehen. Doch siehe da, manchmal braucht man sie. Denn, wie sich in Mainz zeigt: Das Management stellt keine Weichen.

- Michael Schmid

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