Liebe Grüße nach Moskau

Liebe Grüße nach Moskau

Vor einem Jahr detonierte eine Bombe, die den Richtigen weh tat. Edward Snowden zwang den digitalen Überwachungsstaat (nicht nur den der USA) aus der Deckung und zu etlichen Offenbarungseiden.

Snowden ist sicher nicht der Typ, der das mit Krimsekt und Kaviar-Blinis feiert. Aber es freut einen doch, zu lesen, dass er trotz seines höchstpersönlichen Dilemmas "jeden Tag mit der Gewissheit ins Bett geht, das Richtige getan zu haben“, wie er dieser Tage dem deutschen "Stern“ verriet. Dieses "tiefe Gefühl der Zufriedenheit“ sei sein verdienter Lohn für alle Entbehrungen und Anfeindungen. Der blasse Amerikaner und seine Mitstreiter haben im vergangenen Jahr mehr für die digitalen Grundrechte getan als viele zuvor, und das gleich im globalen Maßstab. Sie halten die Debatte mit ihren Enthüllungen am Laufen, haben in der kollektiven Bewusstseinsbildung viel erreicht und Verbraucher dazu gebracht, ihren digitalen Alltag zu überdenken - und sich nicht mehr nur allein auf politische Lippenbekenntnisse oder glatte Lügen zu verlassen. Alles Gute, Mister Snowden! Sie können sich auf die kommenden Jahrestage freuen. Irgendwann hoffentlich auch wieder als freier Mensch.

- Barbara Mayerl

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