Langsamer Abschied vom Bankgeheimnis

Die Zypernkrise und der Kampf gegen Steueroasen haben das heimische Bankgeheimnis erneut in die Kritik gebracht. Aufruf zum geordneten Rückzug.

Über Jahrzehnte war das Bankgeheimnis für Österreich ein hervorragendes Marketinginstrument. Doch schön langsam erweist es sich als schädigend für das Image. Österreich fehlt auf keiner Liste von Steueroasen, und denen soll es zunehmend an den Kragen gehen. Die Vehemenz, mit der gegen das „steuerschonende“ Geschäftsmodell Zyperns vorgegangen wird, ist nur eines in einer Reihe von Beispielen.

Der Druck steigt, und die Frage, die sich nun stellt, lautet: Sollte Österreich nicht langsam den geordneten Rückzug antreten? Noch besteht die Finanzministerin ja auf der Quellenbesteuerung, während Europa den automatischen Austausch von Kundendaten fordert. Einzelabkommen mit der Schweiz und Liechtenstein gibt es, ein weiteres haben die USA gefordert – die Tendenz ist also klar.

Unklar hingegen ist, was das Bankgeheimnis Österreichs Banken überhaupt noch bringt. Anonyme Konten gibt es nicht mehr, bei Verdachtsfällen werden sie für die Behörden schon jetzt geöffnet. Wer sein Geld sicher vor jeglicher Verfolgung wissen will, sucht sich also andere Orte. Der Schritt zum automatischen Datenaustausch ist somit nicht weit. Wenn man ihn gehen will. Nur – und auch das zeigt das Zypern-Chaos – sollte das geordnet passieren._

- Martina Bachler

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