Kwaukas Geldtipp der Woche: Wie geht es eigentlich Ihrem Tilgungsträger?

Hand aufs Herz: Wann haben Sie das letzte Mal geschaut, wie es dem Tilgungsträger für Ihren Fremdwährungskredit geht? Falls Sie jetzt sagen: Schon lange nicht mehr, sind Sie in guter Gesellschaft. Den meisten Kreditnehmern, die sich in Franken oder Yen verschuldet haben, geht es ähnlich.

Wer will schließlich so genau wissen, wie hoch die aktuellen Verluste sind und wie weit die heutige Ist-Situation von der einstigen Planrechnung entfernt ist. Doch die Parole „Augen zu und durch“ ist keine gute Strategie, wenn man kreditfinanziert an der Börse investiert.

Wer berechtigte Sorgen hat, sollte jetzt handeln und der Wahrheit ins Auge blicken. Immerhin gibt es seit Dienstag beim Schweizer Franken mit der eingezogenen Kursobergrenze von 1,20 Euro eine fixe Kalkulationsbasis. Es bleibt die Frage, welche Möglichkeiten es gibt, den Tilgungsträger zu optimieren.

Fonds unter der Lupe

Die Basis der meisten Tilgungsträger sind Fonds – entweder direkt oder im Mantel einer fondsgebundenen Lebensversicherung. Es ist relativ einfach zu kontrollieren, wie diese Fonds im Vergleich zu anderen Fonds abschneiden, die ähnlich veranlagen, also zum Beispiel ein globaler Aktienfonds mit einem anderen. Auf Internetseiten wie www.morningstar.at können Sie auf einen Blick sehen, ob Ihr Fonds halbwegs mithalten kann oder nicht. Bei der Analyse empfiehlt es sich, längere Zeiträume zu wählen. Sinnvoll sind drei oder fünf Jahre. Mitunter fällt es auf den ersten Blick auf, dass das eigene Produkt im Vergleich mit dem Branchenschnitt ein ziemlicher Tiefflieger ist und ausgewechselt gehört.

Falls der eigene Fonds sehr stark schwankt, aber in guten Phasen durchaus erfreuliche Kurssteigerungen aufweist, ist eine Doppelstrategie zu überlegen. Man kann die laufenden Einzahlungen weiter in diesen Fonds fließen lassen, das angesparte Kapital aber in einen etwas konservativeren Fonds umschichten. Übrigens: Seien Sie extrem vorsichtig, falls Ihr Berater, der einst den Tilgungsträger vermittelt hat, Sie zum Wechsel in eine neue, angeblich bessere Versicherung überreden will. Das ist meist nur der Versuch, ein zweites Mal hohe Spesen zu kassieren.

- Martin Kwauka

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