Kwaukas Geldtipp der Woche: Über 10 Prozent Zinsen für exotische Anleihen

Euro-Staatsanleihen sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Einerseits ist die Bonität nicht mehr über jeden Zweifel erhaben, andererseits werden Anleger mit minimalen Renditen abgespeist. Das ist für Morten Bugge, Anlagechef des dänischen Investmenthauses Global Evolution, Grund genug, den Blick weit in besonders ausgefallene Märkte schweifen zu lassen.

Sein Staatsanleihenfonds Global Evolution Frontier Markets (ISIN LU0501220429) ist zum Beispiel mit Papieren von Ländern wie Vietnam, Mosambik, Serbien, Argentinien oder der Mongolei bestückt und damit das derzeit wohl exotischste Anleihenprodukt. Alle vertretenen Länder zählen zu sogenannten Frontier Markets, deren Börsen noch in einem viel früheren Entwicklungsstadium sind als vergleichsweise etablierte Schwellenländer wie Brasilien oder Polen.

Als Investmentpionier findet Bugge noch ausgesprochen attraktive Renditen von durchschnittlich 10,9 Prozent. In Serbien, einem Staat mit halbwegs solidem BB-Rating, werden für Anleihen in der Lokalwährung Dinar sogar rund 13 Prozent gezahlt, im rohstoffreichen Mosambik bis zu 14 Prozent.

35 Länder im Fonds

Naturgemäß ist das Investment in Staatsanleihen extrem exotischer Währungen mit erheblichen Gefahren verbunden, schließlich ist von einem Staatsstreich bis hin zu einer explodierenden Inflation mit vielen Unsicherheitsfaktoren zu rechnen. Bugge streut deshalb das Kapital auf 35 Länder, die er intensiv analysiert und oft sogar persönlich bereist. Das hat seinen Preis: Neben 1,5 Prozent Jahresspesen kassiert Global Evolution noch 10 Prozent als Performance-Gebühr.

Fazit: Der Fonds ist eine interessante Beimischung für alle, die bereit sind, für fast 11 Prozent Zinsen auch ein entsprechendes Risiko einzugehen.

- Martin Kwauka

Kommentar

Standpunkte

Arne Johannsen: Erst die Pleite, dann das Dilemma

Kommentar

Standpunkte

Miriam Koch: Arbeitsmarkt, Ziegen, Roboter und wir

Standpunkte

Robert Hartlauer: Wie die Kleinen Händler den Großen Paroli bieten