Kwaukas Geldtipp der Woche: Trends der Zukunft enden oft schneller, als man glaubt

Mit Trends für morgen und übermorgen ist das so eine Sache. Meistens sind diese nicht wirklich stabil und wechseln ihren Charakter. Dementsprechend sind auch viele Branchenfonds, die auf besonders heiße Themen setzen, letztlich eine Enttäuschung für Anleger.

Die Kurse, die man für Hightech-Fonds im Jahr 2000 zahlen musste, werden vermutlich in den nächsten Jahrzehnten nicht wieder erreicht. Die Lehre aus diesen Pannen: Mit Modethemen kann man nur Geld machen, wenn man frühzeitig einsteigt und dann die Papiere rechtzeitig wieder verkauft, bevor der Kursverlauf Richtung Süden abdreht.

Laufender Themenwechsel

Der Fonds ACM-Bernstein Global Thematic Research Portfolio ( LU0252218267 ) versucht, durch einen flexiblen Wechsel der Themen nachhaltig Gewinne zu erzielen. Aktuell setzt die US-Fondsmanagerin Kathie Wood zum Beispiel auf die immer billigere Analyse des individuellen Genbestands eines Menschen. Schon in anderthalb Jahren könnte es nur noch 1.000 Euro kosten, ein Genom vollständig zu entschlüsseln und damit Krankheiten zielgenau zu behandeln. Ein US-Unternehmen, in das der Fonds investiert, ist Genomic Health.

Unter dem Schlagwort Web 2.0 hat Fondsmanagerin Wood auch ein Auge auf Amazon.com geworfen. Der US-Buchhändler expandiert heftig im margenstarken Bereich Internet-Service, der zu einem 40-Milliarden-Dollar-Geschäft werden könnte. Es geht aber nicht nur um das Big Business – auch Kleinvieh macht Mist. In Zeiten der Finanzkrise sind künftig ganz neue Produkte gefragt, etwa Mikrokredite der indonesischen Bank Rakyat, die ebenfalls im Fonds vertreten ist.

Der Fonds ist noch relativ jung, hat aber seit Ende 2009 aus einem Anfangsinvestment von 10.000 Euro schon 12.980 Euro gemacht. Ein durchschnittlicher Weltaktienfonds schaffte im gleichen Zeitraum 12.260 Euro. Fazit: Das alte Anlegermotto „The trend is your friend“ gilt weiterhin, aber oft kürzer, als man denkt.

- Martin Kwauka

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