Kwaukas Geldtipp der Woche: So machen Sie Ihren Immokredit krisenfester

Wie groß sind eigentlich die Risiken für Häuslbauer, fragt ein FORMAT-Leser, wenn die Finanzkrise ausufert und womöglich sogar Banken pleitegehen? Die erste Antwort fällt beruhigend aus: Zumindest Euro-Schuldner müssen sich deutlich weniger Sorgen machen als Anleger. Im Augenblick profitieren die Kreditnehmer sogar von den extrem tiefen Zinsen. Während Sparguthaben nach Abzug der Inflation real an Kaufkraft verlieren, reduziert sich derzeit mancher Kredit fast von selbst.

Solange die Konjunktur auf Sparflamme läuft, wird sich an dieser positiven Situation für Kreditnehmer wenig ändern. Trotzdem sollte man nicht zu sicher sein, dass die Konditionen dauerhaft so tief bleiben. Wer zumindest einen Teil des Kredites gegen schmerzhafte Zinserhöhungen absichert, etwa mit einem Bauspar-Darlehen oder mittels Zins-Caps, kann ruhiger schlafen. Schließlich ist es durchaus möglich, dass die milliardenschweren Euro-Rettungspakete in den kommenden Jahren die Inflation und damit auch die Zinsen in die Höhe treiben.

Tilgungsträger in Not

Deutlich unangenehmer ist die Lage für diejenigen, die sowohl Kreditnehmer als auch Anleger sind. Wer seine vier Wände mit einem Frankenkredit samt Tilgungsträger finanziert, kann nur hoffen, dass der Euro nicht zerbricht. Zwar hat die Schweiz ein Limit von 1,20 Franken pro Euro eingezogen. Falls aber die Flucht aus dem Euro zu massiv wird, stellt sich die Frage, ob die Schweizer Notenbanker den Kurs wirklich dauerhaft verteidigen können.

In einem solchen Crash-Szenario dürfte auch der Tilgungsträger an Wert verlieren. Wer jetzt noch Geld auf der hohen Kante hat, sollte deshalb überlegen, mit dem Guthaben die Kredithöhe zu verringern. Bei vielen Bauherren ist aber dafür kein Geld vorhanden. Trotzdem sollte man nicht den Kopf in den Sand stecken. Das Mindeste ist, den Tilgungsträger regelmäßig zu kontrollieren. Oft besteht, etwa im Rahmen einer fondsgebundenen Versicherung, die Möglichkeit, in einen stabileren Fonds umzuwechseln. Das ist besonders für das bereits angesparte Guthaben zu überlegen. Die laufenden Einzahlungen können ruhig etwas riskanter und damit chancenreicher vorgenommen werden. Falls die Kurse fallen, kauft man billiger nach und kann langfristig sogar profitieren.

- Martin Kwauka

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