Kwaukas Geldtipp der Woche: So retten Sie Ihr Depot vor der neuen Wertpapier-KESt

Die nächsten zwei Monate werden darüber entscheiden, wie viel Steuern Sie in den kommenden Jahren für Ihre Wertpapiere zahlen müssen. So lange ist noch Zeit, durch den Kauf von Aktien oder Fonds die Steuervorteile für Altpapiere zu nutzen.

Rasches Handeln macht sich bezahlt. Dazu ein Beispiel: Wer 10.000 Euro in den kommenden zehn Jahren mit durchschnittlich 8 Prozent Rendite anlegt, müsste für die im Jahr 2020 realisierten 11.600 Euro Gewinn 25 Prozent Wertpapier-KESt, also 2.900 Euro, zahlen. Wenn Sie es dagegen schaffen, jetzt noch schnell in Papiere anzulegen, die auch in Zukunft von der geplanten Vermögenszuwachssteuer ganz oder teilweise befreit bleiben, sparen Sie viel Geld.

Aktien heuer noch kaufen

Nach dem derzeitigen Gesetzesentwurf sind Aktien, die vor dem 1. Jänner 2011 gekauft werden, auf Dauer von der Kursgewinnbesteuerung ausgenommen. Lediglich auf Dividenden fällt wie bisher Zins-KESt an. Steuerlich optimal hält man dann die Aktien so lange wie möglich. Doch in der Realität ist das oft nicht sinnvoll, weil Einzelpapiere unerwartet abstürzen.

Deswegen würde es sich eigentlich empfehlen, jetzt lieber Fonds ins Depot zu legen, weil hier der Fondsmanager in Zukunft laufend die Aktien mit schlechten Zukunftschancen gegen vielversprechendere austauschen kann. Haken: Bei Fonds sind Anleger viel kürzer vor der neuen Steuer geschützt. Wenn nämlich ab Anfang 2011 innerhalb eines Fonds Gewinne durch Verkäufe erzielt werden, soll für diese Transaktionen schon die volle 25-prozentige KESt eingehoben werden. Achtung: Diese fondsinterne Steuerpflicht soll unabhängig davon gelten, ob der Fonds vor oder nach dem Stichtag 1. 1. 2011 gekauft wird (siehe FORMAT-Story Stichtag 1. Jänner 2011 ).

Fonds verlieren also umso früher die Steuerbegünstigung, je öfter sie Aktien austauschen. Das heißt in der Praxis: Mit börsengehandelten ETF-Fonds, die passiv einen Aktienindex nachbilden, kann man tendenziell länger Wertpapier-KESt sparen als mit sehr aktiven Fonds. Eine Möglichkeit zur Steuervermeidung ist auch der Kauf von bestimmten KEStfreien Turbozertifikaten mit höherem Hebel. Achtung: Da sich die Gesetzesdetails noch ändern können, sollten Sie nicht überstürzt handeln. FORMAT wird Sie laufend informieren.

- Martin Kwauka

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