Kwaukas Geldtipp der Woche: Rechnen Sie mit allem – auch mit dem Gegenteil

Der römische Gott Janus wurde einst als Herr über Licht und Schatten sowie Anfang und Ende verehrt. Traditionell in Form eines Doppelkopfes dargestellt, gilt er in der Mythologie noch immer als Sinnbild des Zwiespalts. Er eignet sich auch gut als Symbol für das nahende Jahr 2012. Anleger müssen sich schließlich auf alles gefasst machen, selbst ein Ende der Gemeinschaftswährung ist nicht völlig auszuschließen. Die bisher vereinbarte Größe des Euro-Rettungsschirms reicht jedenfalls nicht aus, um eine Pleite Italiens abzudecken.

Auf Nummer sicher

Selbst wenn es ziemlich wahrscheinlich ist, dass die ganz große Krise ausbleibt, ist es vernünftig, über das Restrisiko nachzudenken. Was wirklich passiert, wenn der Euro zerbricht, weiß niemand. Klar ist jedenfalls, dass schon die Pleite einer größeren Bank in der ganzen EU zu langen Schlangen an den Bankschaltern führen könnte. Deshalb macht es Sinn, für ein paar Wochen Bargeld verfügbar zu haben, um unabhängig von den Banken zu sein. Gut ist es auch, wenn man einen Safe zuhause hat – das gilt übrigens ganz unabhängig von der aktuellen Lage.

Nur mit dem Schlimmsten zu rechnen kann sich aber ebenfalls als grober Fehler herausstellen. Wenn das Vertrauen in die Euro-Staaten irgendwann im kommenden Jahr wieder zunimmt, werden die Börsenkurse kräftig nach oben schießen. Was dann möglich ist, zeigen Jahre wie 2003 oder 2009. Vom Tiefpunkt der Börsen haben sich die Kurse damals oft verdoppelt.

Deshalb halten clevere Anleger jetzt einen Teil des Pulvers als liquide Mittel trocken und warten auf eine günstige Gelegenheit. Naturgemäß ist es nicht jedermanns Sache, nach einem Börsencrash die Nerven zu behalten und die tief gefallenen Kurse auszunutzen. Wer sich das nicht zutraut, ist mit flexiblen Mischfonds am besten bedient. Diese legen das Kapital grundsätzlich breit gestreut an und variieren das Verhältnis von Aktien, Anleihen und oft auch anderen Anlageklassen wie Rohstoffen innerhalb großer Bandbreiten.

So hat der Carmignac Patrimoine (ISIN FR0010135103) in den vergangenen 12 Monaten gerade einmal 0,6 Prozent verloren. Das ist weniger als die Verluste österreichischer Staatsanleihen – und eine gute Ausgangsbasis für das kommende Janus-Jahr.

- Martin Kwauka

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