Kwaukas Geldtipp der Woche: Ohne Bankaktien an die Spitze der Europafonds

Selbst manche Bankdirektoren wissen derzeit nicht immer, wie gut ihr eigenes Haus dasteht, und ändern die Gewinnprognosen innerhalb von zwei Wochen von super auf desaströs. Für Außenstehende ist es naturgemäß noch viel schwieriger bis unmöglich, die Bilanzen der Bankaktien zu durchschauen.

Franz Weis, Manager des Europaaktienfonds Spängler Quality Growth Europe, macht aus der Not eine Tugend und investiert erst gar nicht in Finanztitel. Er sucht für den Fonds (ISIN AT0000857750) nämlich nur nach Aktien, die sich durch ein möglichst stabiles und vorhersagbares Gewinnwachstum auszeichnen und möglichst Marktführer in ihrem Gebiet sind.

Weis, der bei der Pariser Fondsfirma Comgest arbeitet und den Spängler-Fonds extern betreut, hält als größte Positionen den französischen Lebensmittelkonzern Danone, die deutsche Softwareschmiede SAP, die spanische Textilaktie Industria de Diseño („Zara“) und den französischen Brillengläser-Schleifer Essilor. Mit 44 Prozent des Fondsvermögens bilden Konsumtitel einen klaren Schwerpunkt, 17 Prozent entfallen auf die relativ konjunkturunabhängige Gesundheitsbranche.

Der Gewinn von 2,6 Prozent, den Fondsmanager Weis in den vergangenen 12 Monaten eingefahren hat, wirkt ja auf den ersten Blick nicht berauschend. Der Quality Growth Europe ist aber immerhin der einzige Europaaktienfonds einer österreichischen Bank, der in dieser Phase über Wasser blieb (im Schnitt wurde ein Minus von 12 Prozent eingefahren).

Auch im langfristigen Vergleich macht sich das Fondskonzept „Quality Growth“ bezahlt, also eine Aktienauswahl, welche die nachhaltige Qualität des Gewinnwachstums in den Vordergrund stellt. In der Fünfjahresbilanz liegt der Fonds klar vor dem Durchschnitt der Konkurrenz. Dabei fällt auf, dass der Fonds in absoluten Schönwetterphasen wie im Jahr 2007 eher zurückbleibt. Damals waren ja auch noch die Banken eine sprudelnde Gewinnquelle – die Risiken wurden erst später aufgedeckt.

- Martin Kwauka

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