Kwaukas Geldtipp der Woche: Mit Magellan unterwegs in exotischen Märkten

Um der neuen Wertpapier-KESt möglichst lange zu entkommen, sollte man jetzt auf Papiere setzen, die sich über Jahre gut entwickeln. Das ist leichter gesagt als getan, weil sich die Unternehmen oft ganz anders entwickeln als ursprünglich prognostiziert.

Eine empfehlenswerte Möglichkeit ist jedenfalls, sich jetzt einige besonders solide Aktien ins Depot zu legen. Doch in den Boomzonen der Weltwirtschaft, den Schwellenländern, ist es naturgemäß schwer, mit Einzeltiteln zu agieren, weil viele Aktien hier kaum bekannt sind und manche Börse erst gerade wachgeküsst wird. Deshalb macht es insbesondere in exotischen Märkten Sinn, vorwiegend auf Fonds zu setzen. Zwar kann man mit einem Fondskauf vor Jahreswechsel der neuen Wertpapier-KESt nicht ganz entkommen. Trotzdem fährt derjenige, der noch im Dezember kauft, deutlich steuergünstiger als jemand, der erst ab Jänner einsteigt.

Das Kapital verdreifacht

Unter Langfristgesichtspunkten sind Fonds, die sämtliche Schwellenland-Regionen von Asien über Osteuropa und Afrika bis Lateinamerika abdecken, eine gute Wahl. Dort kann der Fondsmanager bei einer Überhitzung in einer Region den Schwerpunkt des Fonds flexibel auf günstigere Börsen verlagern. Als Anleger bleibt man trotzdem steuerschonend langfristig im gleichen Fonds investiert. Ein seit Jahren überdurchschnittlich erfolgreicher Fonds für Schwellenländer ist der Magellan des französischen Fondshauses Comgest (ISIN FR0000292278). Wer vor zehn Jahren einen Betrag von 10.000 Euro in den Fonds gelegt hatte, hat das Kapital inzwischen auf 31.400 Euro vermehrt. Zum Vergleich: Die unmittelbare Konkurrenz erreichte 20.600 Euro.

Zwar blieb auch der Magellan-Fonds nicht von den heftigen Kursschwankungen an den Emerging-Markets-Börsen verschont. Der Fonds reagiert aber im Allgemeinen messbar konstanter als der Durchschnitt der Schwellenland-Aktienfonds. Dies verdankt das Depot der relativ vorsichtigen Veranlagungsstrategie. So sind Finanztitel mit 8,5 Prozent des Fondsvolumens vergleichsweise sehr gering gewichtet. Stattdessen wird mit einem Anteil von 35 Prozent stark auf das Thema Konsum gesetzt, gefolgt von den Branchen Telekom, Informationstechnologie und Rohstoffe. Bei der Ländergewichtung wird aktuell Brasilien mit einem Anteil von 18 Prozent favorisiert, gefolgt von Südafrika, Taiwan, Indien und Mexiko.

Fazit: Schwellenländer haben langfristig wesentlich bessere Börsenperspektiven als die Industriestaaten. Wer jetzt breit gestreute Schwellenland-Aktienfonds wie den Magellan kauft, kann auf hohe Kursgewinne hoffen und muss im Erfolgsfall weniger vom Gewinn an den Finanzminister abgeben als bei einem Kauf im nächsten Jahr.

- Martin Kwauka

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