Kwaukas Geldtipp der Woche: Letzte Chance für zehnjährige Versicherungs-Einmalerläge

Die steuerliche Mindestlaufzeit für Lebensversicherungs-Einmalerläge wird im Rahmen des Sparpakets von zehn auf 15 Jahre verlängert – und das viel schneller als ursprünglich vorgesehen.

Im ersten Entwurf galt als Stichtag der 1. Juli 2011, in der aktuellen Gesetzesvorlage wurde die Umstellung auf den 1. Jänner 2011 vorgezogen. Das heißt: Wer noch einen Einmalerlag mit zehn Jahren abschließen will, hat nur noch wenige Tage Zeit.

Privatstiftung auf Zeit

Allerdings sollte man trotz Zeitdrucks genau prüfen, welcher Einmalerlag sich überhaupt lohnt. Produkte mit klassischer Veranlagung sind wegen der niedrigen Gewinnbeteiligung kaum attraktiv. Ganz anders sieht es mit Einmalerlags-Fondspolizzen aus. Hier hängen die Gewinnchancen ganz von der Auswahl der Fonds durch den Kunden ab. Der wichtigste Vorteil: Die erzielten Gewinne sind nicht von der geplanten Wertpapier-KESt für Direktinvestments in Fonds betroffen. Man zahlt einmalig vier Prozent Versicherungssteuer, anschließend bleiben alle innerhalb der Polizze erzielten Gewinne steuerfrei.

Fondspolizzen sind deshalb in mancher Hinsicht für Finanzinvestitionen steuerlich attraktiver als Privatstiftungen und stehen obendrein auch Kleinanlegern offen. Sollte das Geld nach Ablauf der ersten zehn Jahre nicht benötigt werden, kann man bei den meisten Versicherungen den Vertrag problemlos um ein paar Jahre verlängern. Es fällt dabei keine neue Versicherungssteuer an. Übrigens erlaubt der Finanzminister auch eine spätere Aufstockung bestehender Einmalerläge auf maximal das Doppelte der ursprünglichen Prämie, ohne dass sich die Mindestlaufzeit ändert.

Achtung: Der Vertragsbeginn für neue zehnjährige Einmalerläge muss auf 1. Dezember 2010 vordatiert werden. Das ist aber nur noch im Dezember problemlos möglich. Bei einem Vertragsdatum 1. Jänner gilt bereits die Mindestdauer von 15 Jahren. Generell gilt: Wird das Kapital doch vorher entnommen, erhöht sich die Versicherungssteuer von vier rückwirkend auf elf Prozent. Außerdem unterliegen die Gewinne der Einkommenssteuer.

Einmalerläge, bei denen die Auszahlung in Form einer lebenslangen Pension erfolgt, sind von der Verlängerung der Bindungsfrist auf 15 Jahre nicht betroffen, ebenso Verträge mit laufender Prämie. Bei Ansparpolizzen gilt grundsätzlich keine Mindestdauer, zu kurze Verträge machen aber aus Kostengründen keinen Sinn.

- Martin Kwauka

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