Kwaukas Geldtipp der Woche: Legale KESt-Flucht vor dem Jahreswechsel

Anleger haben es derzeit wahrlich nicht leicht. Es bleiben nur noch sechs Wochen Zeit für taktische Gegenmaßnahmen gegen die geplante Wertpapier-KESt auf Kursgewinne.

Schließlich bleiben Aktien, die vor Jahreswechsel gekauft werden, auch künftig von der Wertpapier-KESt verschont. Da sich aber wichtige Details in den Steuergesetzen noch bis kurz vor Weihnachten ändern können, können selbst Experten keine Patentrezepte liefern, wie man die neuen Steuern so lange wie möglich vermeidet. Außerdem häufen sich in den letzten Tagen viele potenziell negative Nachrichten für Anleger, die die Entscheidung über die künftige Anlagestrategie zusätzlich erschweren: Die Finanzkrise in Irland bedroht die ganze Eurozone, auch in den Arabischen Emiraten spitzt sich die Lage erneut zu. Damit nicht genug, droht weiter ein globaler Währungskrieg, zudem muss China Maßnahmen gegen die steigende Inflation ergreifen, was prompt die Aktienkurse in Asien drückte. Trotzdem gibt es ein paar Eckpunkte zur Orientierung.

Frühjahrsputz im Herbst

Alle Aktien, an die man nicht langfristig glaubt, sollte man jetzt auf den Prüfstand stellen und gegebenenfalls vor Jahreswechsel gegen bessere Werte austauschen. Es empfiehlt sich auch, einen Teil des Kapitals bis kurz vor Jahresende flüssig zu halten, um das Pulver nicht zu früh zu verschießen. Wenn sich die erhoffte Jahresendrally anbahnt, kann man das Depot kurzfristig randvoll bestücken und hoffen, dass die Börsen auch nach Silvester in Feierstimmung bleiben.

Einen Teil des Kapitals sollte man in fondsgebundene Lebensversicherungen umschichten. Diese steuerlich begünstigte Privatstiftung für jedermann könnte in Zeiten der Wertpapier-KESt noch lukrativer werden. Dort könnte man vor allem die Veranlagungen in Schwellenländern vornehmen. Erstens ist es schwierig, dort mit Einzelaktien zu agieren. Zweitens winken in den Emerging Markets besonders hohe Kursgewinne und damit als unerwünschter Nebeneffekt hohe Abzüge durch die Wertpapier-KESt, falls man direkt in Fonds investiert. Schieben Sie den Abschluss der Polizze nicht auf die lange Bank: Ab Juli 2011 wird die Mindestdauer für Einmalerläge von 10 auf 15 Jahre verlängert.

- Martin Kwauka

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