Kwaukas Geldtipp der Woche: Keine Abgaben für Studenten & Miniverdiener

Studenten sind typischerweise notorisch knapp bei Kasse. Wenn dann gejobbt wird, um zu Geld zu kommen, soll der Lohn möglichst ohne Abzüge für Sozialversicherung kassiert werden. Wer es richtig angeht, kann den Bereich der Abgabenfreiheit ziemlich weit ausdehnen.

Das gilt übrigens nicht nur für Studenten, sondern auch für alle anderen Kleinverdiener.

Arbeiten im Kombipack

Am weitesten kommt, wer gleich unter zwei Sozialversicherungsgrenzen bleibt. Erstens kann man in einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis derzeit bis zu 374 Euro pro Monat völlig abgabenfrei verdienen, und das 14-mal im Jahr (also insgesamt 5.236 Euro jährlich). Zweitens gibt es noch die Möglichkeit, als „Neuer Selbständiger“ zusätzlich bis zu 4.488 Euro im Jahr über Werkverträge und Honorarnoten einzustreifen (diese Grenze gilt für den Gewinn nach Abzug von beruflich bedingten Abzugsposten wie Fahrtkosten oder Handygebühren).

Zusammen kommt man also auf maximal 9.724 Euro im Jahr, bevor Krankenkasse und Pensionsversicherung erstmals zuschlagen. Die Steuer lässt sich in diesem Bereich ebenfalls ignorieren. So ist zum Beispiel erst ab insgesamt 11.000 Euro im Jahr eine Einkommenssteuererklärung zu legen. Auch die Kinderbeihilfe für Studenten gerät erst ab einem Zuverdienst von über 10.000 Euro jährlich in Gefahr.

Achtung: Wenn man eine der Sozialversicherungsgrenzen von 374 Euro beziehungsweise 4.488 Euro auch nur geringfügig überschreitet, setzt dort rückwirkend die Abgabenpflicht ab dem ersten Euro ein. Das kann teuer werden: Wer in einem Angestelltenverhältnis die Geringfügigkeitsgrenze überschreitet, müsste über 440,30 Euro verdienen, damit mehr als 374 Euro netto am Konto landen. Übrigens sollten Kleinverdiener möglichst nicht bei einem Unternehmen gleichzeitig geringfügig angestellt sein und dann noch Honorarnoten legen, rät TPA-Horwath-Experte Wolfgang Höfle. Das könnte nämlich in einer Prüfung als Umgehungsgeschäft gewertet werden.

Wer sich trotzdem kranken- und pensionsversichern will, kann das bei Vorliegen eines geringfügigen Beschäftigungsverhältnisses über eine freiwillige Selbstversicherung zum Preis von 52,78 Euro im Monat erreichen. Das ist letztlich günstiger als die reine Krankenversicherung für Studenten, die ab Juli kräftig auf 49,85 Euro im Monat verteuert wird.

- Martin Kwauka

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