Kwaukas Geldtipp der Woche: DAX-Turbo ohne KESt, aber mit allen Dividenden

Zugegeben, es ist sicher nicht jedermanns Sache, ausgerechnet in sehr turbulenten Zeiten an der Börse anzulegen. Es gibt allerdings einen guten Grund, gerade jetzt zu investieren: Bis Ende September kann man durch den Kauf bestimmter Zertifikate noch der neuen Wertpapier-KESt entkommen.

Und dieser Steuervorteil bleibt so lange erhalten, bis man das Zertifikat verkauft – also möglicherweise jahrelang. Begünstigt sind (neben einigen wenigen Indexzertifikaten, die vor dem 1. März 2004 begeben wurden) vor allem Hebelzertifikate, auch Turbozertifikate oder Mini Futures genannt.

Voraussetzung für den Steuervorteil ist, dass der Hebel des Produktes zum Zeitpunkt der Emission mindestens bei 5 lag. Wie sich der Hebel seitdem entwickelt hat, ist unerheblich. Die meisten Anbieter zeigen auf ihrer Homepage an, ob das Produkt KESt-befreit ist oder nicht; auch die Telefonhotlines geben Auskunft. Angesichts der stark schwankenden Börsen empfiehlt es sich für Langfrist-Investoren, nach KESt-freien Turbos mit unbegrenzter Laufzeit und einem relativ niedrigen Hebel Ausschau zu halten. Damit wird das Risiko reduziert, dass das Zertifikat bei stark fallenden Kursen ausgestoppt wird. Denn dann würde höchstens noch ein kleiner Restwert ausgezahlt.

DAX mit Hebel

Ein Zertifikat, das die angegebenen Kriterien erfüllt, ist der DAX Waves unlimited Call der Deutschen Bank X-markets (ISIN DE000DB3HP73). Anleger, die jetzt kaufen, sind künftig mit einem Hebel von rund 1,6 unterwegs. Das heißt: Legt der DAX um 10 Prozent zu, steigt der Wert des Zertifikats um 16 Prozent. Umgekehrt sind bei 10 Prozent Indexrückgang auch 16 Prozent weniger Geld am Depot vorhanden.

Falls der DAX die bei diesem Zertifikat vorgesehene Barriere von 2.165 Punkten durchbricht, wird das Zertifikat ausgestoppt, also von der Bank automatisch gekündigt. Angesichts eines DAX-Standes von aktuell rund 6.000 Punkten ist also einiger Spielraum nach unten vorhanden. Tipp: Schauen Sie bei der Auswahl eines Zertifikates, wo die jeweilige Barriere im Vergleich zu den Kurstiefs des jeweiligen Basisinvestments (also des Index oder der betreffenden Aktie) in den vergangenen Jahren liegt. Den März 2009, als der DAX kurzfristig unter 4.000 Punkte rutschte, hätte das Zertifikat jedenfalls problemlos überstanden.

Für den DAX als Basisinvestment sprechen zwei Gründe: Erstens sind die deutschen Unternehmen großteils sehr gut aufgestellt, auch im Ausland erfolgreich und derzeit günstig zu haben. Zweitens werden beim DAX die Dividenden eingerechnet und erhöhen deshalb automatisch den Indexstand. Mit dem Zertifikat profitiert man also von allen Ausschüttungen – und das in diesem Fall auch noch KESt-frei. Das ist nicht selbstverständlich, denn bei den meisten anderen Indizes, etwa bei ATX und Dow Jones, bleiben Dividenden unberücksichtigt.

Falls der DAX in der kommenden Zeit doch stark nach unten abtauchen sollte, heißt es, ruhig Blut zu bewahren. Das Zertifikat kann – vorausgesetzt, es wird nicht ausgestoppt – genauso schnell wieder nach oben schnellen und irgendwann neue Indexrekorde erleben.

- Martin Kwauka

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