Kwaukas Geldtipp der Woche: China ist schon Nummer 2, Brasilien folgt auf Platz 5

Die Landkarte der wichtigsten Wirtschaftsmächte der Welt muss neu gezeichnet werden. Im Jahr 2010 verdrängte nicht nur China den Rivalen Japan von Platz Nummer zwei. Noch spektakulärer war der Aufstieg von Brasilien, das sich gleich in einem Satz an Italien, Großbritannien und Frankreich vorbeischob und nun hinter Deutschland auf Platz fünf rangiert.

Die aktuelle Reihenfolge lautet daher also USA vor China, Japan, Deutschland und Brasilien. Der Aufstieg der Schwellenländer geht offenbar noch wesentlich rascher voran, als das selbst Optimisten wie der damalige Goldman-Sachs-Chefökonom Jim O’Neill erwarten konnten. O’Neill prägte vor zehn Jahren den Begriff BRIC als Abkürzung für die vier kommenden ökonomischen Supermächte Brasilien, Russland, Indien und China und prognostizierte, dass China im Jahr 2015 Japan überholen würde. Brasilien, so glaubte er damals, hätte erst 2018 eine Chance, Italien abzuhängen, und würde noch ein paar weitere Jahre benötigen, bis auch Frankreich und England im Rückspiegel auftauchten.

Längst wurden die Prognosen an das unerwartet fulminante Wachstumstempo der Schwellenländer angepasst. So erwartet die britische Standard Chartered Bank in ihrem sehr lesenswerten „ Super-Cycle Report “, dass China schon im Jahr 2020 die USA als größte Wirtschaftsmacht verdrängt. Im Jahr 2030 wird demnach das Ranking der Top Ten folgendermaßen aussehen: China, USA, Indien, Brasilien und Indonesien, Japan, Deutschland, Mexiko, Frankreich und Großbritannien.

Ob diese heute noch fast unvorstellbare Entwicklung wirklich im genannten Tempo eintritt, kann man bezweifeln. Trotzdem sollten sich Anleger auf ein solches Szenario vorbereiten.

In der aktuellen FORMAT-Cover-Geschichte werden zehn Fonds präsentiert, die in den vergangenen zehn Jahren mehr als zehn Prozent Durchschnittsrendite erzielt haben. Alle Produkte haben direkt oder indirekt auf das Thema Schwellenländer gesetzt. Falls die Standard-Chartered-Bank-Prognosen auch nur halbwegs eintreffen, werden auch in zehn Jahren Schwellenland-Fonds die Nase vorn haben. Offen bleibt nur, ob die Renditen wieder höher als zehn Prozent pro Jahr liegen.

- Martin Kwauka

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