Kwaukas Geldtipp der Woche: Betriebskosten auf dem Prüfstand

Spätestens bis Ende Juni müssen die Vermieter die Betriebskostenabrechnungen vorlegen und außerdem die Überprüfung der Belege ermöglichen. Auch wenn nur noch ein paar Wochen bis zum Sommerurlaub bleiben, ist es sinnvoll, vorher noch schnell einen kritischen Blick auf die Abrechnung zu werfen.

Erfahrungsgemäß gibt es nämlich häufig Ausgaben zu entdecken, die sich zu Unrecht in die Abrechnung eingeschlichen haben. An sich ist im Paragrafen 21 Mietrechtsgesetz ganz genau aufgezählt, welche Posten als Betriebskosten gelten: Dazu gehören Wasser und Abwasser, Müllabfuhr, Rauchfangkehrung, Schädlingsbekämpfung, Beleuchtung von Stiegen und Ähnlichem, Versicherungen gegen Feuer und andere Schäden, angemessene Auslagen für die Verwaltung des Hauses, Grundsteuern und andere öffentliche Abgaben, Kosten für Gemeinschaftsanlagen wie Lifte und Hausbesorgerarbeiten.

Was nicht offiziell erlaubt ist, ist zu beanstanden

Alle nicht im Gesetz aufgeführten Posten wie etwa sonstige Reparaturen, etwa am Dach oder am Haustor, gehören ausdrücklich nicht zu den Betriebskosten. Dazu gehören auch die Beseitigung von Rohrbrüchen, Kanalreparaturen oder das Ausschleifen eines Kamines. Reine Erhaltungsarbeiten wie das Ausmalen des Stiegenhauses gehören ebenfalls zum Aufgabenbereich des Vermieters. Ebenfalls verdächtig ist natürlich der Punkt „Sonstiges“.

Kompliziert ist es, wenn die Kosten grundsätzlich im Katalog aufgeführt sind, aber auffallend hoch sind. Das Problem: Der Vermieter vereinbart mitunter mit Handwerkern oder Versicherungen unangemessen hohe Preise – schließlich müssen es ja andere, nämlich die Mieter, zahlen. Ein etwaiger Verdacht, dass ein Vermieter sich bei solch teueren Verträgen eine Belohnungszahlung vereinbart hat, wird schwer zu beweisen sein. Es bleibt aber die Möglichkeit, die Angemessenheit der Kosten durch Vergleichsofferte zu überprüfen und gegebenenfalls zu beanstanden.

Im Internet haben die Arbeiterkammern (zum Beispiel unter www.arbeiterkammer.at für Wien) ausführliche Ratgeber zum Herunterladen bereitgestellt. Dort findet man auch Tipps, wie man im Fall des Falles Rückzahlungen einfordert.

- Martin Kwauka

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