Kwaukas Geldtipp der Woche: Balkan-Börsenboom mit Wurzeln in Österreich

Belgrad war seit dem Jahr 2007 nicht gerade die Börse, an der man investiert sein musste – und die anderen Börsenplätze in Ex-Jugoslawien auch nicht. Doch seit einigen Wochen ist das Bild wie verwandelt.

Serbische und bosnische Aktien stiegen heuer schon um über 20 Prozent. Die Ursache für diesen Höhenflug ist in Österreich zu finden: Die verstaatlichte Hypo Alpe Adria hörte auf, Aktienbestände am Balkan zu liquidieren und damit die Kurse zu drücken. Das war das Signal für kroatische Pensionskassen und lokale Versicherungen, endlich wieder auf Einkaufstour zu gehen. Auch sogenannte Frontier-Markets-Fonds, die weltweit auf unterentwickelte Exotenbörsen setzen, wurden schon hellhörig.

900 Millionen Euro Börsenwert

Es braucht nicht viel Geld, um die Balkan-Börsen zu bewegen. Die 15 größten Unternehmen des Belgrader Belex-Index kosten nur 900 Millionen Euro – nicht jede für sich, sondern alle zusammen. Und von diesen 900 Millionen entfallen 500 auf die beiden größten Banken. Wenn jetzt auch internationale Anleger auf den abfahrenden Zug aufspringen, kann heuer das Jahr der Balkan-Aktien werden. Die Grundvoraussetzungen sind günstig: Manche Nebenwerte notieren noch bei Kurs-Gewinn-Verhältnissen (KGV) von fünf auf Basis der geschätzten Gewinne der kommenden zwölf Monate, andere zahlen zweistellige Dividendenrenditen.

Um nicht zu sehr auf illiquide Nebenwerte zu setzen, stellt Joachim Waltl, Fondsmanager des Qimco Balkan Equity ( AT0000A07HY5 ), sein Depot breit auf, sodass das durchschnittliche KGV bei neun liegt. Ein Großteil der Aktien im Fonds hat ihren Sitz in Serbien. Dort beobachtet Waltl, der früher für die Hypo Alpe Adria tätig war, schon seit Jahren steigende Gewinne.

- Martin Kwauka

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