Könige im Einkaufsstraßenblues

Könige im Einkaufsstraßenblues

Der Kunde ist König und in dieser Rolle auch gnadenlos. Er lässt sich im Laden einen Laufschuh anmessen, um nach getaner Arbeit des Verkäufers vor dessen Augen - noch im Geschäft - das Modell beim Internethändler zu ordern.

Mit der Szene illustriert der deutsche "Spiegel“ eine Bestandsaufnahme zum Handel. War der Kunde kompromisslos ehrlich oder ein gemeiner Beratungsdieb? Eine Frage der Perspektive. Fraglos ist, dass sich der Wettbewerb zwischen Internet-und stationärem Handel zuspitzt. Flaneure bekommen angesichts der Leerstände langsam den Einkaufsstraßenblues. Diskussionswürdig in dem Ganzen ist die Rolle der Wettbewerbshüter - die freien Wettbewerb predigen, mit unklaren Regeln aber das Gegenteil von dem erreichen, was sie vermutlich wollen. Die BWB etwa sieht das selektive Vertriebssystem, das manche Hersteller mit Fachhändlern unterhalten, als "vertikale Preisabsprache“. Die Händler haben mit dem vereinbarten Preis aber die Sicherheit, dass sie ihren Beratungsaufwand finanzieren können. Klare Regeln gibt es von der BWB nicht. In Deutschland steigen die Händler wegen der Wettbewerbshüter bereits auf die Barrikaden, die österreichischen Kollegen stehen im Geschäft und hoffen auf Dialogbereitschaft der BWB - hoffentlich nicht vergebens. Wenn man die letzten Fachhändler unter Artenschutz stellen muss, ist es zu spät.

- Barbara Mayerl

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