Kein Glück mit dem Klick

Kein Glück mit dem Klick

Eine Firma, die mit Kommunikation ihr Geld verdient, sollte kommunizieren können. Mobilfunker T-Mobile gebührt für seine Krisenkommunikation dieser Tage aber doch ein Lob.

Man hat die Gefahr des sogenannten "Telekom-Trojaners“ blitzschnell erkannt und streute die Nachricht - von der ZiB bis zum SMS-Alarm an zwei Millionen Kunden. Der österreichische Reflex in solchen Fällen geht meist anders: Schweigen, und erst dann reden, wenn es sein muss.

Wer seine Bankgeschäfte online tätigt, muss sich täglich durch die Alarmmeldungen seiner Hausbank lesen, womit Kriminelle nun wieder den Ba-Ba-Banküberfall planen.

Dass die Strategieänderung der Bösen - diesmal die Telekom-Kunden zu adressieren - genial ist, zeigte auch der Umstand, dass selbst Telekom-Mitarbeiter und Fachleute die E-Mail angeklickt haben. Dieser Punkt ging ganz klar an die Bösen.

Aus gegebenem Anlass sei aber noch ein zweites Lob ausgesprochen - für die Macher des TV-Spots "Wo ist Klaus?“, der zur EU-Initiative klicksafe.de gehört, und die Dschungelcamp-Fans derzeit witzig in die bösen Realitäten des Internet zurückholt. Die Mutter eines imaginären "Klaus“ lässt bereitwillig Neonazis, Pornodarsteller und Pädophile zur Tür herein, und verliert auch nicht die Contenance, als ihr ein schießwütiger Avatar das Vorzimmer kurz und klein schießt. Der Botschaft "Im wirklichen Leben würden sie ihre Kinder schützen. Dann machen sie es doch auch im Internet“ ist nichts hinzuzufügen. Dieser charmante Punkt geht eindeutig an die Guten.

- Barbara Mayerl

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