Kaffee-Ketten-Reaktion

Kaffee-Ketten-Reaktion

Jahrzehnte haben sie gebraucht, um ihr Imperium aufzubauen. 60 Länder, 8.000 Mitarbeiter - im Nespresso-Reich, da geht die Sonne nie unter, da bleibt man wach.

Wer die Kapsel-Boutiquen in besten Innenstadtlagen frequentiert, darf sich als Botschafter einer globalen Kaffee-Lifestyle-Bewegung fühlen. Soviel Erfolg macht sich bezahlt, so viel Erfolg zieht Nachahmer an, und die wollen sich die Schweizer vom Leib halten. Nachdem das europäische Patentamt die Methode nicht mehr schützen wollte, schlagen die Schweizer jetzt in der Maschine zurück. Geklonte Konkurrenz-Kapseln werden zerstochen, zack. Die anderen Billigheimer hält man sich mit hohem Preis (70 Euro/Kilo Kaffee) und Exotik vom Leib. Eine Trieste Limited Edition oder Hawaii Kona Special Reserve muss den Bohnen-Scouts der Konkurrenz erst einmal einfallen. Trickreich, diese Schweizer. Schlau gehen sie auch ihr altes Imageproblem - den vielen Alu-Müll - an. Die Kapseln kommen, in Kindergärten und Schulen zu Schmuck verbastelt, zurück in die Haushalte, auch in die Nespresso-freien. Wenn dieser Coup geplant war, ist er genial. Glauben kann ich das aber erst, wenn George Clooney seine erste Kapsel-Kette trägt.

- Barbara Mayerl

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