Käpt’n Iglo in Seenot

Käpt’n Iglo in Seenot

Als alter Seebär weiß Käpt’n Iglo nur zu gut, dass das Leben auf hoher See nicht ganz ungefährlich ist. Dass er nun aber nicht dem Klabautermann, sondern einem Heuschreck zum Opfer fallen könnte, hätte er wohl nicht gedacht.

Hintergrund des sich anbahnenden Dramas ist ein Sittenbild der globalen Finanzzockerei und zugleich eine Warnung an solide Unternehmer, ihr Lebenswerk nie in solche Hände fallen zu lassen. Also: Finanzinvestor Permira hatte Iglo 2005 von Unilever um 1,7 Milliarden Euro gekauft. Man darf getrost annehmen, dass ein Gutteil dieses Preises Iglo selbst in Form von Krediten aufgebürdet wurde.

Der Fischstäbchenhersteller sitzt jedenfalls trotz angeblicher strategischer Stärkung durch den Finanzinvestor auf 1,4 Milliarden Schulden. Nun wollte Permira Iglo an einen anderen Finanzfonds weiterreichen. Um 2,8 Milliarden - die hinter Permira stehenden Investoren wollen ja Rendite sehen. Weil der Deal am überzogenen Preis scheiterte, haben die findigen Finanzjongleure jetzt eine neue Idee: Iglo soll weitere 500 Millionen Schulden aufnehmen. Natürlich nicht für Investitionen, sondern für eine Sonderdividende an Permira. Finanzinvestoren wollen schließlich satte Renditen sehen - egal, was dabei alles untergeht.

Kommentar

Standpunkte

Arne Johannsen: Erst die Pleite, dann das Dilemma

Kommentar

Standpunkte

Miriam Koch: Arbeitsmarkt, Ziegen, Roboter und wir

Standpunkte

Robert Hartlauer: Wie die Kleinen Händler den Großen Paroli bieten