Jeroen Dijsselbloem, der Eyjafjallajökull der Eurozone

Jeroen Dijsselbloem, der Eyjafjallajökull der Eurozone

Auf Gusenbauer folgte Faymann. Nach Josef Pröll kam Michael Spindelegger. Hinter Darabos rückte Klug ein. Alle drei „Nachbesetzungen“ waren ein qualitativer Rückschritt, dabei waren die Herren davor auch nicht gerade beliebt und erfolgreich. Und was auf der kleinen österreichischen Bühne nicht funktioniert, das ist in Europa nicht viel anders. Für die Politik gilt: Es kommt einfach nie etwas Besseres nach…

„Bestes“ Beispiel dafür ist Jeroen Dijsselbloem. Der 46-jährige holländische Finanzminister hat im Jänner Jean-Claude Juncker in seiner Funktion als Eurogruppen-Chef beerbt. Die Feuertaufe – die Rettung von Zypern – ging für den Sozialdemokraten mit dem unaussprechlichen Namen nicht nur schief, sie wurde zum Desaster. Dijsselbloem wurde damit zum Eyjafjallajökull der Eurozone – Sie wissen schon, der isländische Vulkan, der 2010 durch seine Eruptionen den Flugverkehr in Europa wochenlang lahmlegte, mit dementsprechend negativen Folgen für die Wirtschaft. Denn alles was aus dem Mund von Dijsselbloem sprudelt ist nicht nur begrenzt intelligent und widersprüchlich, sondern vor allem eines: Gefährlich!

Nun weiß man nicht, ob die seltsame Mitteilungsbedürftigkeit des Holländers durch den Schlafentzug der nächtlichen Finanzminister-Treffen herrührt, oder ob es eine Stilnote des unaussprechlichen Herrn ist. Allerdings wäre es an der Zeit, dass ihn seine KollegInnen etwas zügeln, denn die verbale Begleitmusik der zweifelhaften Lösung für Zypern ist erschreckend. Einmal wird Zypern von Dijsselbloem als Blaupause für alle zukünftigen Problemfälle der Eurozone bezeichnet und als Warnung für alle Banken. Wenig später ist es doch „nur“ ein für Zypern maßgeschneidertes Rettungspaket. Anleger werfen derweil aufgrund des Vertrauensverlusts Bankaktien aus ihren Depots und warnen aufgrund der Äußerungen von Dijsselbloem: "Die Büchse der Pandora" sei nun geöffnet.

Faktum ist: Dijsselbloem ist kein Eurogruppen-Chef, er ist ein politisches Leichtgewicht. Unter seinem Vorgänger Juncker wäre die Zypern-Rettung mit Sicherheit anders verlaufen. Weder wäre der historische Fauxpas passiert, dass Kleinsparer europaweit in Panik versetzt wurden, noch wären ihm derartige verbale Hoppalas passiert. Außerdem hätte Juncker Deutschland wohl etwas mehr die Stirn geboten.

Schade um Jean-Claude Juncker, schade um Europa!

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