Immer Wickel mit den Kabelwicklern

Immer Wickel mit den Kabelwicklern

Ausgefallene Züge, stundenlange Verspätungen, Millionenschäden - Kupferdiebe an Österreichs Bahnstrecken sind eine echte Landplage geworden.

Sie zeigen aber auch drastisch auf wie verwundbar unsere Infrastruktur eigentlich ist. Milliardeninvestitionen in Tunnel, Hochgeschwindigkeitstrassen, Verkehrsleitsysteme, ausgefeilte Fahrpläne - alles für die Katz’, wenn ein paar Verzweifelte aus Osteuropa mit Beißzange und Kleinbus anrücken, um hundert Meter Kupferdraht zu fladern. Allein zu Wochenbeginn sind auf der Westbahn dadurch 50 Nahverkehrszüge ausgefallen. Der jährliche Schaden für die ÖBB liegt bei mehr als 2,2 Millionen Euro. Immerhin zeigen die Metalldiebe hierzulande noch ein wenig Verantwortungsbewusstsein.

In Rumänien oder früheren Sowjet-Republiken im Kaukasus wurden schon ganze Straßenzüge von Kanaldeckeln und sonstigen Schachtabdeckungen befreit - mit fatalen Folgen für Autofahrer und Fußgänger. Bei uns trifft die Gier der Langfinger dafür verstärkt Grablaternen und Dachrinnen. Gegenmaßnahmen laufen bisher ins Leere. Polizei-Sonderermittler konnten zwar punktuelle Erfolge erzielen, Kabel wurden mit unsichtbaren Markierungen versehen und die Schrotthändler strenger kontrolliert, doch die Wickel mit den Kabelwicklern hören nicht auf.

- Florian Horcicka

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