Hinter der Baustelle: Herbert Hacker über
die Italo-Brasserie "Italic" in Wien

Die Johannesgasse in der Wiener Innenstadt ist alles andere als berühmt für gute Lokale. Derzeit kommt noch hinzu, dass sie auf der Seite der Kärntner Straße mit einer Baustelle beginnt. Nichts, wo es einen hinzieht. Doch seit Dezember des Vorjahres verfügt diese momentan wenig attraktive Gasse über ein besonders empfehlenswertes Lokal mit dem Namen „Italic“.

Das klingt zunächst nach Dutzenditaliener, nach typisch italienischer Touristenschwemme, wie es an diesem Ort nicht sehr verwunderlich wäre. Doch all das ist nicht der Fall. Das „Italic“ von Alexander Meidlinger sieht auf den ersten Blick so gar nicht italienisch aus. Ein Retro-Design mit Elementen der 1970er-Jahre mit viel Metall und einer wuchtigen Messingbar und etwas seltsamen Lustern an der Decke. Insgesamt sehr eigenständig und irgendwie originell. So viel zur gastronomischen „Hardware“. Wirklich bemerkenswert aber ist die „Software“. Meidlinger, der früher in der Cantinetta Antinori, im Novelli und in Harry’s Time kochte, ist ein Top-Profi . Einer, der sich nicht in kreativer Selbstverwirklichung übt, sondern stattdessen mediterrane Standardgerichte auf hohem Niveau erzeugt. Noch dazu zu fairen Preisen. Rote-Rüben-Carpaccio mit Garnelen – absolut gelungen. Ein Roastbeef mit Remoulade und Bratkartoffeln – ein Ewigklassiker, der nur selten in dieser Qualität aufgetischt wird. Gebratener Branzino mit Basilikum-Polenta und Zitronenbutter – vielleicht nicht rasend originell, aber gut.

Und dann ist da noch der überaus freundliche Hubert Hager, der den Service leitet und mit tollem Weinwissen brilliert. Baustelle hin oder her – das Italic ist eine von vorn bis hinten gelungene Italo-Brasserie.

Name: Italic
Adresse: 1010 Wien, Johannesgasse 2, Tel.: 01/512 41 22
Öffnungszeiten: Mo.–Do. 11–24, Fr. und Sa. 11–1 Uhr
Preise: Vorspeisen bis 13, Hauptspeisen bis 26 Euro

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