Herbert Hacker über das Zöbinger Stöckl in Wien-Hernals

Es ist schon erfreulich, dass es auch solche Neueröffnungen gibt. Vor einigen Wochen hat in Hernals ein Wirtshaus aufgesperrt, das in vielerlei Hinsicht zufrieden macht.

Von außen eher unscheinbar, bietet das Zöbinger Stöckl eine Wiener Küche von bemerkenswerter Art. Eine Gansleinmachsuppe wie hier hat Seltenheitswert. Und auch ein klassisch gebackenes Kalbshirn mit Erdäpfelsalat in dieser Qualität findet man in den Wiener Beisln leider immer seltener. Nicht minder gelungen das gebackene Rehkitz und die passablen Marillenpalatschinken.

Es ist aber nicht nur die grundsympathische Kost, die einen hier in den etwas rustikalen Stuben erwartet. Was Inhaber Georg Pfeiffer an Weinen zu bieten hat, übertrifft das gängige Angebot üblicher Gaststätten dieser Art bei weitem. Und das hat seinen Grund: Pfeiffer hat in Wien lange Zeit die Weinrestaurants Fino betrieben und dort bereits ein überdurchschnittlich großes Sortiment an nationalen und internationalen Topweinen an den Gast gebracht. Vieles aus dieser Zeit hat er nun in sein neues Wirtshaus hinübergerettet. Doch dem nicht genug: Die Weinpreise sind durch die Bank mehr als günstig, manches erscheint einem schon fast wie ein Druckfehler in der Weinkarte. Hier macht Weintrinken wirklich Spaß – und ist noch dazu leistbar.

Das Zöbinger Stöckl wurde übrigens schon einmal von Georg Pfeiffer geführt. Vor mehr als dreißig Jahren. Danach zog es den umtriebigen Gastronomen nach New York, dann gründete er die Fino-Lokale, und jetzt ist er wieder dort, wo er angefangen hat. Nur mit wesentlich mehr Erfahrung.

NAME: Zöbinger Stöckl
ADRESSE: 1170 Wien, Sandleitengasse 64
TELEFON: 01/486 22 29
ÖFFNUNGSZEITEN: Di.–Sa. 11.30– 23, So. 11–16 Uhr
PREISE: Vorspeisen bis 9,50, Hauptspeisen bis 19,80 Euro

- Herbert Hacker

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