Herbert Hacker über Wiens Gastro-Angebot zu Silvester

Knapp vor Jahreswechsel noch eine erfreuliche Neueröffnung: Nach einem Jahr Pause hat das grandiose Sinohouse wieder aufgesperrt. Und zwar an einem neuen Platz, in der Himmelpfortgasse im ersten Bezirk. Die Lage ist wesentlich besser als zuvor im Neunten, und auch das Ambiente ist schöner als im alten Lokal.

Hausherr Jin hat seine Küche neu strukturiert. Die Peking-Ente, die mit Abstand beste in Wien, ist nun zum Hauptgericht aufgestiegen, aber auch die köstlichen Dim-Sum-Varianten genießen jetzt im neuen Sinohouse einen höheren Stellenwert. Sonntags gibt es nur Dim Sum, eine gute Idee, denn gute Sonntagsadressen sind in Wien noch immer rar.

Und wer zu Silvester asiatisch essen gehen will, ist bei Jin und seiner Frau Fong Loh bestens aufgehoben. Die beiden halten ein spezielles Menü bereit und servieren dazu die passenden Weine aus einem Keller, der getrost als sensationell bezeichnet werden kann. Die Weinkarte im Sinohouse ist nicht nur für ein Asialokal ungewöhnlich, sie zählt generell zu den besten in Wien.

Ein Silvestermenü der Superlative bietet auch das Luxusrestaurant „Silvio Nickol“ im Palais Coburg. Ein Auszug aus der Menüabfolge: Ungestopfte Biogänseleber auf Moos und Tannenwipfel, Polenta mit Périgord-Trüffel, Bretonischer Rochen mit Süßkartoffel und Champignons, Reh mit Maximerdapfel und Rouenaiser Sauce sowie ein Dessert unter der geheimnisvollen Bezeichnung „Koralle, Schokolade, Erdnussbutter, Maracuja“.

Rund ein halbes Jahr nach Eröffnung genießt Küchenchef Silvio Nickol den Ruf eines begnadeten Perfektionisten, der momentan für eine der spannendsten Küchen Österreichs sorgt. Mit einer bemerkenswerten Liebe zum Detail kreiert er Gerichte, die man so schnell nicht vergessen wird. Gaumenkitzel auf allerhöchstem Niveau. Und was den Weinkeller betrifft, so spielt man hier sowieso in der obersten Liga – auch europaweit gesehen.

All das kostet natürlich eine Kleinigkeit. Das Silvestermenü kommt auf 290 Euro pro Person, inklusive Weinbegleitung werden schlappe 500 verlangt. Ungleich günstiger ist da schon das Silvesterangebot des Motto am Fluss. Für 150 Euro ist man dabei und kann sich unter anderem an Langostinos, Räucheraal und Schweinebauch, an einer in Butter confierten Seezunge, einer Variation vom Kalb und einem Dessert erfreuen.

SINOHOUSE: 1010 Wien, Himmelpfortgasse 27; www.jins-sinohouse.at

SILVIO NICKOL GOURMETRESTAURANT PALAIS COBURG: 1010 Wien, Coburgbastei 4; www.palais-coburg.com

MOTTO AM FLUSS: 1010 Wien, Franz-Josefs-Kai, Höhe Schwedenbrücke; www.motto.at

- Herbert Hacker

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