Herbert Hacker über das „Wein in the City“ in Wien

Die Küche im „Wein in the City“ ist um einiges besser als der Name des Lokals.

Lange Zeit hieß das kleine Lokal in der Riemergasse „Weibel 3“. Das lag einfach nur daran, dass Wirt Hans Weibel eben drei Lokale besitzt. Weshalb er sein drittes in der Zwischenzeit auf „Wein in the City“ umbenannt hat, ist nur schwer nachzuvollziehen, ein großer Wurf ist dieser Name jedenfalls nicht. Das wirklich Bemerkenswerte an diesem Lokal ist aber die auffallend große Zahl an aufstrebenden Jungköchen, die dort vielversprechend begonnen haben und dann wieder urplötzlich verschwunden sind. Einige darunter waren wirkliche Könner.

Und auch jetzt hat Weibel wieder ein großes Talent an Land gezogen. Seit einigen Tagen kocht dort Josef Hohensinn, langjähriger Souschef von Reinhard Gerer. Hohensinn ist in den vergangenen Monaten vor allem als Küchenchef des „Marktachterls“ am Karmelitermarkt besonders positiv aufgefallen – bis er sich mit den neuen Eigentümern überworfen hat. In Weibels kleinem Lokal (wir wollen den Namen nicht noch einmal strapazieren) kocht Hohensinn eine großartige Wiener Küche, wie sie in dieser Qualität kaum zu finden ist.

„Gekochte Spanferkelhaxn“, „Donauwaller mit roten Rüben“, „Sautierte Kalbsnieren mit Kartoffelgratin“ oder „Riesling-Beuschl“ sind so, wie man sich das wünscht, und könnten kaum besser sein. Obwohl nicht auf der Karte, macht er zwischendurch auch herrliche Schnecken in Knoblauchbutter. Am besten, man bittet seine Freundin Annabelle Borchard darum, ihr Einfluss als Servicechefin auf den talentierten Koch ist nicht unerheblich.

NAME: Wein in the City
ADRESSE: 1010 Wien, Riemergasse 1–3, Tel. 01/513 31 10
ÖFFNUNGSZEITEN: Di.–Fr. 11.30–15, Di.–Sa. ab 17 Uhr
PREISE: VS 4,90 bis 11,90, HS 13,50 bis 24,80 Euro
WEB: www.weibel.at

- Herbert Hacker

Kommentar

Standpunkte

Arne Johannsen: Erst die Pleite, dann das Dilemma

Kommentar

Standpunkte

Miriam Koch: Arbeitsmarkt, Ziegen, Roboter und wir

Standpunkte

Robert Hartlauer: Wie die Kleinen Händler den Großen Paroli bieten