Herbert Hacker über das „Vincent“ in Wien

Das „Vincent“ im zweiten Bezirk hat schon einige Jährchen hinter sich. Gemeinhin wird so etwas als lange und bewegte Vergangenheit bezeichnet.

In grauer Urzeit als Studentenlokal gegründet, wurde es in den 1990er-Jahren zum Feinschmeckertreff. Patron Frank Gruber, ein besonnener Idealist, holte in der Folge Legionen von Köchen an Bord. Darunter der großartige Meinrad Neunkirchner, der luftige Oliver Hoffinger und der hitzige Harald Riedl. Jetzt kocht dort der 30-jährige Peter Zinter, und er gibt dem alten „Vincent“ einen ganz besonderen Kick.

Seine Küche ist nämlich – im Unterschied zum Lokal – ultramodern und innovativ. Ein bisschen was von der ansonsten etwas mühsamen Molekularküche, ein bisschen Klassik und ein bisschen Zinter selbst, alles so, dass es ein stimmiges Ganzes ergibt. Unter so blumigen Bezeichnungen wie „Idee von Apfel und Karfiol“ verbergen sich erfreuliche Geschmackskombinationen, wirklich bemerkenswert aber sind Kompositionen wie „Kalbsbries und Buttermilch“ oder „Kaisergranat und Chicorée“, eindeutig das beste Gericht des Abends. Und dazu serviert Oberkellner Mario Raaber – ein echtes Original – Weine, wie man sie sich besser kaum wünschen kann. Ab nächster Woche gibt es eine neue Karte. Alte Hülle, modernes Innenleben. Großartig.

NAME: Vincent
ADRESSE: 1020 Wien, Große Pfarrgasse 7, Tel.: 01/214 15 16
ÖFFNUNGSZEITEN: Mo.–Sa. 18–23 Uhr
PREISE: Vorspeisen bis 15, Hauptspeisen bis 29 Euro
WEB: www.restaurant-vincent.at

- Herbert Hacker

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