Herbert Hacker über das Sinohouse in Wien

Das Sinohouse ist nun endlich dort, wo es hingehört: in der Wiener Innenstadt.

Knapp vor Jahreswechsel sperrte in Wien nach fast einem Jahr Pause das Sinohouse an einem neuen Standort auf. Dabei handelt es sich nicht um irgendeinen Chinesen ums Eck, sondern um eines der bemerkenswertesten Asia-Lokale der Stadt. Jetzt sind Jin und seine Frau Fong Loh dort, wo sie eigentlich von vornherein hinwollten, als sie vor drei Jahren von Vorarlberg nach Wien übersiedelten. Sie wollten ursprünglich in den ersten Bezirk, doch sie landeten damals im neunten. Nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Deshalb jetzt auch der Umzug.

Die Lage in der Himmelpfortgasse hinter dem Ronacher ist deutlich besser, und auch die Einrichtung im neuen Lokal ist schöner als im alten. Schlicht, aber stimmig. Auch das Küchenkonzept hat sich ein wenig verändert. Jin kocht grundsätzlich nach der sogenannten Nyonya-Küche – 600 Jahre alt und aus China stammend –, die in Malaysia eine lange Tradition hat. Seine Schwerpunkte setzt er jetzt mit seinen Dim-Sum-Varianten, die es in dieser Qualität in ganz Wien kein zweites Mal gibt. Sonntags gibt es überhaupt nur Dim Sum – eine Innovation, die vermutlich viele Freunde finden wird, denn am Sonntag ist die Zahl an guten Restaurants, die in Wien offen haben, noch immer gering.

Noch stärker in den Vordergrund stellt der Hausherr aber seine Peking-Ente, die schon im alten Lokal konkurrenzlos war. Sie wird in mehreren Gängen serviert, wobei vor allem die fantastisch knusprige Entenhaut zum Niederknien gut ist.

Die grandiose Weinkarte des Hauses ist geblieben, nur werden die Weine nun von einem Sommelier angeboten. Der sympathische Robert Stark ist ein absoluter Profi und wertet das grenzgeniale Lokal noch zusätzlich auf.

NAME: Sinohouse
ADRESSE: 1010 Wien, Himmelpfortgasse 27
TELEFON: 01/966 96 70
ÖFFNUNGSZEITEN: Mo.–Sa. 11–15, 17.30–24, So. 12–22
PREISE: Vorspeisen bis 9,50, Hauptspeisen bis 21,50 Euro
WEB: www.jins-sinohouse.at

- Herbert Hacker

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