Herbert Hacker über das 'Schloss Kammer' im Pinzgau

Schloss Kammer in Maishofen, in der Nähe von Zell am See. Wer die Pinzgauer Küche schätzt, ist hier bestens aufgehoben. Hier wird kein Gourmet-Tamtam zelebriert, sondern einer traditionellen Küche gefrönt.

Das klingt zwar wie aus dem Prospekt, ist aber wirklich so. Vor allem die Pinzgauer Spezialitäten sind hier ein rarer Genuss. Etwa die Kasnocken mit Pinzgauer Käse, in der Pfanne serviert. Nicht gerade eine leichte Kost, aber köstlich. Die Fleischnocken werden mit einem Geselchten gemacht, die „Schottnocken“ mit Schotten, einem geräucherten Magerkäse – eine etwas leichtere Variante. Deftig hingegen die „Breznsuppe“ – dabei werden Käse, Knoblauch und Zwiebeln vermengt und mit einer Rindsuppe aufgegossen.

Im Schloss Kammer kann man aber nicht nur hervorragend essen, es lässt sich in den urigen Zimmern auch wunderbar wohnen. Und wer etwas länger bleibt, sollte jene Spezialitäten probieren, die mindestens einen halben Tag im Voraus bestellt werden müssen und nur für zwei Personen serviert werden. Da geht es dann erst richtig zur Sache. Der Lammschlögel, im Heumantel gebraten, mit Speckbohnen ist zart und auf den Punkt gegart, noch besser aber ist die knusprig gebratene Kalbshaxe mit Semmelknödel.

Für manche Gerichte brauchen Ostösterreicher eine Übersetzung. So verstehen die Pinzgauer unter „Bladl“ dünne Roggenmehlfladen, mit Erdäpfelgröstel gefüllt, die Bezeichnung „Nidei“ wiederum steht für gebratene Kartoffelteigstücke mit gedünstetem Weißkraut oder Sauerkraut.

Und was ist ein „Pinzgauer Muas“? Ein gerösteter Mehlschmarrn, der im Schloss Kammer mit Preiselbeeren und Apfelspalten serviert wird. Köstlich. Wer dann noch Hunger hat, bei dem läuft etwas schief – und wer satt ist, braucht einen Schnaps.

NAME: Schloss Kammer
ADRESSE: 5751 Maishofen, Kammererstraße 22
TELEFON: 0 65 42/68 202-0
ÖFFNUNGSZEITEN: tgl. ab 11 Uhr
PREISE: Vorspeisen bis 9 Euro, Hauptspeisen bis 21 Euro
WEB: www.schlosskammer.com

- Herbert Hacker

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