Herbert Hacker über die Salzburger Restaurant-Szene

Herbert Hacker über die Salzburger Restaurant-Szene

Salzburg im Festspieltaumel. Und wie jedes Jahr während des Kulturspektakels stellt sich auch heuer wieder die Frage: Was tut sich gastronomisch, welche Lokale sind momentan besonders angesagt?

Bestes Feinschmeckerrestaurant in Salzburg ist nach wie vor das „Ikarus“ im Hangar-7. Wie immer steht im August kein Gastkoch am Herd, sondern „Ikarus“-Küchenchef Roland Trettl persönlich.

Außerhalb Salzburgs sind es nach wie vor die Obauers, die eine Top-Qualität in der obersten Liga garantieren. Das legendäre Brüderpaar aus Werfen kocht schon seit Jahrzehnten auf höchstem Niveau. Echte Konkurrenz droht den beiden nur aus dem nahe gelegenen Golling.

Dort eröffnete die Familie Döllerer vorige Woche ihr neues Restaurant. Nach einem aufwendigen Totalumbau hat Küchenchef Andreas Döllerer nun eine neue Bühne der Superlative. Eine ausführliche Beschreibung des neuen Gourmettempels erfolgt an dieser Stelle in einer der kommenden Ausgaben. Fest steht allerdings schon jetzt: Die Döllerers machen keine halben Sachen. Schon bisher zählte der hoch begabte Junior in der Küche zu den besten Köchen des Landes.

Neues gibt es auch vom Salzburger „Magazin“ zu berichten. Dort kocht seit Anfang des Jahres Richard Brunnauer, der das Lokal von den „Magazin“-Gründern Claudia und Raimund Katterbauer als neuer Pächter übernommen hat. Die Katterbauers sind nur noch Besitzer der Immobilie. Brunnauer war elf Jahre lang in der „Riedenburg“ und hat dieses Restaurant zu einem der besten in Salzburg gemacht. Jetzt zeigt er im „Brunnauer im Magazin“, so der neue Name des Lokals, sein großes Können.

Ganz neu ist „ Brandtner und seine Leit “ im ehemaligen Café Glockenspiel am Mozartplatz. Das „Pop-up“-Restaurant (Brandtner will nur bis Ende des Jahres bleiben und dann wieder woanders ein temporäres Lokal aufmachen) ist sicher eine der momentan spannendsten Lokalitäten der Stadt – mit guter Küche, lässiger Atmosphäre und einer besonders innovativen Weinkarte. Und das Ganze mitten in der Altstadt mit Blick auf die Festung. Gleich bleibenden Standard bietet das bekannte „Carpe Diem“ von Franz Fuiko in der Getreidegasse. Fuiko hält schon seit geraumer Zeit ein hohes Niveau. Einen deutlichen Aufschwung kann hingegen das „Pfefferschiff“ in Hallwang verzeichnen, wo Jürgen Vigne inzwischen seine Form gefunden hat und damit in dem legendären Gourmettempel nach einer Zeit der Stagnation wieder für grandiose Esserlebnisse sorgt.

Für jene, die ein bisschen weiter ausschwärmen wollen, noch ein Tipp aus dem Salzkammergut: Im Seehotel „Das Traunsee“ in Traunkirchen kocht seit kurzem Thomas Donleitner, der früher in der „Wengermühle“ in Schörfling positiv aufgefallen ist. Das Lokal heißt übrigens „Bootshaus“, und wer auf der herrlichen Seeterrasse sitzt, dem wird schnell klar, weshalb.

NAME: Brunnauer im Magazin
ADRESSE: 5020 Salzburg, Augustinergasse 13
TELEFON: 0662/84 15 84
ÖFFNUNGSZEITEN: Mo.–Sa. 10–24 Uhr
PREISE: Vorspeisen bis 21, Hauptspeisen bis 33 Euro
WEB: www.magazin.co.at

NAME: Carpe Diem
ADRESSE: 5020 Salzburg, Getreidegasse 50
TELEFON: 0662/84 88 00
ÖFFNUNGSZEITEN: tägl. 8.30–24 Uhr
PREISE: Vorspeisen bis 18, Hauptspeisen bis 28 Euro
WEB: www.carpediemfinestfingerfood.com

NAME: Brandtner und seine Leit
ADRESSE: 5020 Salzburg, Mozartplatz 2
TELEFON: 0664/161 61 91
ÖFFNUNGSZEITEN: Di.–So. 11.30–14.30, 18.30–21.30
PREISE: Vorspeisen bis 14, Hauptspeisen bis 26 Euro

- Herbert Hacker

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