Herbert Hacker über Restaurants in und um Bregenz

Die Bregenzer Topgastronomie steht und fällt mit einem Namen: Heino Huber. Er ist mehr denn je der gastronomische Zampano der Festspielstadt.

Womit wir gleich beim Thema sind: Wohin während der Bregenzer Festspiele, wenn man Hunger hat? An erster Stelle steht natürlich nach wie vor das Deuring Schlössle, ein 300 Jahre altes Refugium in der Oberstadt, wo Hausherr Heino Huber seit ewigen Zeiten Feinschmecker und Freunde einer gehobenen Kulinarik empfängt. Das Essen ist grandios, der Rahmen stilvoll, die Atmosphäre sympathisch. Eine hochdekorierte Gourmet-Adresse und insgesamt eine Top-Location, die während der Festspielzeit täglich offen hat. Besonders beliebt in dieser Zeit: die Schlössle-Gourmet-Lounge, wo Hubers neueste Kreationen in Probierportionen serviert werden – auf ungezwungene Art und für wenig Geld.

Inzwischen hat Huber aber nicht nur die Eigentumsverhältnisse im Schlössle zu seinen Gunsten ausbauen können, er kann mittlerweile auch ein kleines Gastronomie-Imperium sein Eigen nennen. Denn im März dieses Jahres hat er den „Maurachbund“ übernommen, eines der ältesten Wirtshäuser der Stadt. Die Einrichtung wurde behutsam und geschmackvoll erneuert, die Speisekarte ist reich an Wirtshausgerichten der bodenständigen Art, und das zu besonders günstigen Preisen. So kostet etwa das Mittagsmenü nur 8,80 Euro, und selbst ein herrliches Rib-Eye-Steak (300 g) ist mit 24 Euro nicht gerade übertrieben teuer.

Huber ist inzwischen aber auch „Kapitän“ des eigenwilligen Bodensee-Raddampfers „Hohentwiel“ geworden. Schon bisher konnte man auf diesem „Gourmetkahn“ erstaunlich gut essen, im Falstaff-Restaurantguide erhielt der Dampfer zuletzt immerhin 84 von 100 Punkten. Mit Huber an Bord soll sich das Gebotene in Zukunft noch in vielerlei Hinsicht verbessern, doch schon jetzt ist eine Bootstour durchaus zu empfehlen. Denn wo gibt es einen Raddampfer, auf dem nicht nur ödes Kombüsenfutter serviert wird? Wer einen Ausflug in die Umgebung von Bregenz macht und zufällig in Hörbranz landet, der sollte dort das neue „K ZWO“ besuchen. Dieses aufwendig umgebaute Dorfwirtshaus mit großem Garten, das vielleicht ein wenig zu modern geraten ist, wird seit dem Vorjahr von einem jungen und sehr ambitionierten Team geführt.

Die Leute in der Küche sorgen für bemerkenswerte Gerichte und warten mit allerlei regionalen Spezialitäten auf. Einen Schweinebauch lassen sie immerhin 36 Stunden schmoren, und selbst so umstrittene Klassiker wie „Zürcher Geschnetzeltes mit Kartoffelrösti“ gelingen den Köchen wirklich ausgesprochen gut.

NAME: Deuring Schlössle
ADRESSE: 6900 Bregenz, Ehre-Guta-Platz 4
TELEFON: 0 55 74/478 00
ÖFFNUNGSZEITEN: In der Festspielzeit Mo.–So. 12–14,
17.30–22 Uhr
PREISE: VS bis 22, HS bis 34 Euro
WEB: www.deuring-schloessle.at

NAME: Maurachbund
ADRESSE: 6900 Bregenz, Maurachgasse 11
TELEFON: 0 55 74/450 29
ÖFFNUNGSZEITEN: Mo.–So. 10–23 Uhr
PREISE: VS bis 8,50, HS bis 24 Euro
WEB: www.maurachbund.com

NAME: K ZWO
ADRESSE: 6912 Hörbranz, Lindauer Str. 48
TELEFON: 0 55 73/839 50
ÖFFNUNGSZEITEN: Mi.–So. 10–14, ab 17 Uhr
PREISE: VS 4,20 bis 12,50, HS 11,50 bis 29,90 Euro
WEB: www.restaurant-kzwo.at

- Herbert Hacker

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