Herbert Hacker über die tolle Küche im "Le Ciel“

Herbert Hacker über die tolle Küche im "Le Ciel“

Die Krise scheint noch lange nicht vorbei zu sein. Jedenfalls klagen viele Gastronomen über ein schleppendes Geschäft. Vor allem zu Mittag sind Gäste rar. Und Business-Esser sind sowieso zu einer aussterbenden Spezies geworden.

Ganz schlimm scheint es in der gehobenen Hotelgastronomie zu sein. Hätten die großen Hotels keine Übernachtungsgäste, wären die Restaurants in den Nobelherbergen wohl gänzlich leer.

Doch Krisen haben auch ihre Vorteile. Denn im Kampf um Gäste lassen viele die Preise in den Keller fallen.

Aktuelles Beispiel: das Le Ciel im Wiener Grand Hotel. Dort stehen auf der Lunch-Karte überhaupt keine Preise mehr. Der Grund dafür: Jedes Gericht kostet 13 Euro, egal um was es sich dabei handelt.

13 Euro können zwar wenig, aber auch viel sein. Viel, wenn man dafür ein schlechtes Essen bekommt. Wenig hingegen, wenn es sich - wie im Fall des Le Ciel - um eine Küchenchefin wie Jacqueline Pfeiffer handelt. Die junge Dame kocht nämlich großartig und ist eine der besten Köchinnen Österreichs.

Überdies ist das Le Ciel ein angenehmes Restaurant - ein bisschen old-fashioned vielleicht, aber mit allen Vorteilen einer Luxusschlemmerstätte ohne allzu steifen Rahmen. Allein was Chefsommelier Franz Messeritsch an Weinen zu bieten hat, ist herausragend.

Was die Lunch-Gerichte betrifft, so sind die Suppen um 13 Euro noch kein wirkliches Geschenk. Bei Tagliatelle mit Hummerschaum und Hopfenspargel wird das Preis-Leistungs-Verhältnis schon deutlich besser. Die sautierten Calamaretti leiden wiederum eine wenig an Winzigkeit, sind aber köstlich. Ein absolutes Schnäppchen aber ist die Taubenbrust mit Lakritze und Birnen-Jalousie. Eine derart perfekt gemachte Taubenbrust um 13 Euro wird man lange suchen müssen.

NAME: Le Ciel
ADRESSE: 1010 Wien, Kärntner Ring 9
TELEFON: 01/515 80 9100
ÖFFNUNGSZEITEN: Mo-Sa 12.00-14.30, 19.00-22.45 Uhr
PREISE: Lunch: € 13,- pro Gericht, Abendmenüs: € 48,- bis 68,-

- Herbert Hacker

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