Herbert Hacker über eine Gastwirtschaft
der etwas anderen Art: Die Schmitt’n

Der Ortolan ist ein Vogel, über den es eine Menge Legenden gibt. Es heißt, hartgesottene Franzosen würden das arme Tier zunächst mästen, dann in Armagnac ertränken und danach in einem kleinen Topf in Fett garen. Einer von ihnen war François Mitterrand, dessen letzte Mahlzeit vor dem Tod ein „Ortolan en casserol“ gewesen sein soll.

Solch grausame Histörchen hatte Christoph Körner natürlich nicht im Sinn, als er einen seiner Weine nach dem längst vom Aussterben bedrohten Singvogel benannte. Schon eher, weil es in der Gegend um Falkenstein im Weinviertel solch rar gewordene Exemplare noch gibt.

Christoph Körner ist Weinmacher, bekannt durch das Label „Dürnberg“, das er zusammen mit zwei Freunden mit großem Erfolg vermarktet. Die besten Weine der Linie „Dürnberg Prime Wine“ sind der Grüne Veltliner „Rabenstein“ und der Gemischte Satz „Kirchberg“. Wie gut ihm die gelungen sind, kann man am besten in seinem Heurigen „Schmitt’n“ im Zentrum des hübschen Ortes Falkenstein verkosten. Ein Heuriger der etwas anderen Art – mit modernen Bildern an den Wänden, ein paar Tischen im Freien und einem kulinarisch interessanten Angebot. So ist etwa der Schweinsbraten von Mutter Körner zu Recht in der Gegend legendär geworden. Einen besseren Schweinsbraten wird man nur schwer finden.

Originell auch die Idee, die gesamte Heurigenkost in kleinen Portionen zu 1,50 Euro als „Buschenschank-Tapas“ anzubieten. Und wer den Apfelkuchen der Mutter bestellt, der wird feststellen, dass die Dame nicht nur einen sagenhaften Braten zu machen imstande ist. Ihr Apfelkuchen nach einem uralten Rezept ist schlicht eine Sensation.

Die Schmitt’n (eine ehemalige Schmiede) ist heuer noch bis 26. Oktober offen und lohnt auf alle Fälle den Weg ins Weinviertel.

NAME: Schmitt’n
ADRESSE: 2162 Falkenstein, Neuer Weg 284, Tel.: 0 25 54/853 55
ÖFFNUNGSZEITEN: Fr.–So. ab 13 Uhr
WEBSITE: www.duernberg.at

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