Herbert Hacker über die "City Lok“ und ihren Blick auf die Oper

Eine Lokomotive im Lokal? Auch das kann es geben. Vor allem wenn es sich um eine Lok handelt, die eigentlich ein Smoker ist - mit Backfunktion und Kerntemperaturmessung.

So einen Griller, ein US-Produkt um 20.000 Euro, hat sich Wirt und Küchenchef Anton Rusnak in seinem neuen Restaurant nahe der Wiener Oper aufgestellt. Damit wird auch der Name der Lokalität klar: City Lok.

Die Einrichtung erinnert ein wenig an ein modernes Pub, wer am Fenster sitzt, hat die Oper im Blickfeld. Viel wichtiger aber ist hier das Essen. Rusnak war einige Zeit Souschef im "Fabios“, er kochte auch bei Christian Petz und im Hamburger "Le Canard Nouveau“. Er selber pflegt jetzt einen aufs Wesentliche reduzierten und puristischen Küchenstil. Sehr sympathisch, denn das Gourmet-Tamtam überlässt er lieber anderen.

Die Speisekarte ist auffallend klein mit nur ganz wenigen Gerichten und kaum mehr als einem Dutzend Weinen. Alles sehr fair kalkuliert, man könnte auch sagen "günstig“. Vor allem bei dieser Qualität. Die Buratta mit Tomaten etwa hat zwar mit Kochen wenig zu tun, in dieser Frische und Cremigkeit findet man sie aber selten. Spätestens wenn Rusnak die Lok anwirft, kommen Gerichte wie eine Hochrippe für zwei Personen mit Peperonata zum Vorschein. Ob medium oder rare, dank der Kombination aus Koch und Lokomotive wird das Prachtstück punktgenau gegart. Die Fleischqualität ist top. Auch der Kalbsrücken mit Gemüse gelingt dem talentierten Lokführer einwandfrei. Eher brav hingegen die Apfel-tarte mit Karamelleis.

Alles in allem ein erfreuliches Lokal in bester Innenstadtlage und mit einer Küche, wie sie unter gefeierten Köchen eher selten ist. Und ein schöner Beweis dafür, dass weniger oft wesentlich mehr sein kann.

NAME: City Lok
ADRESSE: 1010 Wien, Operngasse 14
TELEFON: 01/581 20 64
ÖFFNUNGSZEITEN: Di.-Sa. 11.30 -23 Uhr
PREISE: Vorspeisen bis 11,60, Hauptspeisen bis 21,60 Euro
WEB: www.city-lok.com

- Herbert Hacker

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